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Aus der Stadt Vater wegen Missbrauchs verurteilt
Hannover Aus der Stadt Vater wegen Missbrauchs verurteilt
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17:43 16.01.2017
Von Michael Zgoll
Michael F. scheut das Licht der Öffentlichkeit. Quelle: Kutter
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Hannover

Nach nur einem Verhandlungstag am Landgericht Hannover verurteilte ihn die 1. Große Jugendkammer unter Vorsitz von Stefan Lücke zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

Das vergleichsweise milde Urteil fußt vor allem auf einem ausführlichen Geständnis des Angeklagten, das nach Überzeugung des Gerichts von außergewöhnlicher Reue geprägt war. So leidet F. unter Depressionen und soll wegen seiner Taten bereits einen Selbstmordversuch ins Auge gefasst haben. Auch ist er nicht vorbestraft.

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Der Missbrauch fand zwischen August 2012 und April 2016 statt, also in einem Zeitraum, in dem der Junge zwischen fünf und neun Jahre alt war. Michael F. streichelte seinen Sohn häufig am Geschlechtsteil, bekleidet und unbekleidet. Auch verlangte er von dem Jungen, dass dieser ihn berühre. Zu weitergehendem Geschlechtsverkehr kam es aber offenkundig nicht.

Ans Licht kam der Missbrauch, weil sich der Sohn seiner Mutter offenbarte, bei der er wohnt. Diese hat das Sorgerecht, lebt schon seit Jahren getrennt von ihrem früheren Mann. Das Gericht verhängte gegen F. drei Bewährungsauflagen. So sprach es ein Kontaktverbot gegenüber seinem Sohn aus, das im Einzelfall nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Mutter aufgehoben werden kann; auch müsste bei einem Treffen eine dritte Person anwesend sein. Außerdem hat der Täter 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit zu leisten und die Therapie fortzusetzen, die er bereits begonnen hat.

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