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Aus der Stadt Erfolg mit Stars und Stinkefinger
Hannover Aus der Stadt Erfolg mit Stars und Stinkefinger
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00:15 18.02.2014
Von Bärbel Hilbig
Foto: Die Gewinner des ersten Preises: Batuhan Zaman, Jan-Nicklas König und Timo Eiden von der Schülerzeitung „Schnecke“.
Die Gewinner des ersten Preises: Batuhan Zaman, Jan-Nicklas König und Timo Eiden von der Schülerzeitung „Schnecke“. Quelle: Wilde
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Die gut gelaunte Delegation aus Garbsen sprengte bei der Feier zum Juniorenpressepreis fast die Bühne. Die Redaktion der Schülerzeitung „SchollZ“ vom Geschwister-Scholl-Gymnasium rückte Sonnabend mit 15 von 30 Mitarbeitern zur Preisverleihung an – alles Mädchen. „Bei uns machen im Augenblick nur zwei Jungen mit, und die konnten heute nicht“, erklärte eine der Schülerinnen.

Rund 200 junge bis sehr junge Redakteure von Schülerzeitungen aus ganz Niedersachsen feierten im Pressehaus der Mediengruppe Madsack die Verleihung des Juniorenpressepreises 2013, den der Verband der Niedersächsischen Jugendredakteure vergibt. Ministerpräsident Stephan Weil lobte als Schirmherr, dass 60 Redaktionen ihre Produkte aus dem Jahr 2013 eingeschickt hatten. „Besonders freue ich mich, dass viele Grundschulen mitgemacht haben.“ Verlagsleiter Günter Evert von der Mediengruppe Madsack hob hervor, dass die Schülerredakteure schon sehr früh Interesse für Zeitungen entwickelten. „Wenn ihr so weitermacht, stellt ihr eines Tages dem Ministerpräsidenten kritische Fragen, die er dann meist auch beantwortet.“

Sonnabend trauten sich die meisten Schüler das auf offener Bühne noch nicht. Weil verriet, dass er selbst vor Urzeiten Redakteur einer Schülerzeitung war, als diese noch mit Schreibmaschine und Prittstift hergestellt wurde. Als sich dann doch eine Schülerin ein Herz fasste und nach den Streichen seiner Schulzeit fragte, wich der Ministerpräsident einer klaren Antwort aus. Dennoch wird er wohl in der nächsten Ausgabe vieler Schülerzeitungen auftauchen: Zumindest ihre Fotoapparate hatten viele Nachwuchsredakteure dabei.

Wie unterschiedlich Schülerzeitungen ausfallen können, zeigt allein schon der Blick auf die drei Preisträger aus der Region. Die „Schnecke“ der Wilhelm-Schade-Schule in Stöcken kam auf den ersten Platz unter den Förderschulen. Die Redaktionsarbeit läuft als Projekt zur Deutschförderung. Ein Jahr lang arbeiten die Schüler an einer Ausgabe und schreiben über selbstgewählte Themen. Jan-Nicklas König hat einen Schulleiter über Inklusion interviewt, Timo Eiden ein Theaterstück besprochen und Batuhan Zaman seine Praktika geschildert.

Einen Coup hat die Redaktion der „SchollZ“ gelandet und teilt sich dafür in der Kategorie Gymnasien den zweiten Platz mit dem „Spargel“ vom Erich-Kästner-Gymnasium in Laatzen. Per E-Mail interviewte die „SchollZ“ Elyas M’Barek, den Hauptdarsteller des Erfolgsfilms „Fack ju Göhte“. Auf dem Cover ist ein strahlender M’Barek zu sehen. „Unsere Lehrerin ist mit dem Regisseur befreundet und hat früher mit ihm in einer WG gewohnt“, verriet die 13-jährige Lara Mielke. Sie selbst schreibt gerne über neue Bücher, besonders beliebte Internetseiten oder Schulveranstaltungen.

Die Titelseite der prämierten „Spargel“-Ausgabe ziert dieses Mal ein Stinkefinger – als eindeutiges Zeichen aus der Körpersprache. „Wir sind davon ausgegangen, dass man immer weniger persönlich von Angesicht zu Angesicht spricht“, sagt die 17-jährige Vivien Werner. Rund zehn Artikel in dem Heft beschäftigen sich unter dem Schwerpunkt „Sprachlos?“ mit Chatten, Körpersprache, Kleidung als Botschaft oder Kommunikation unter Pflanzen und Tieren. „Wir überlegen uns selbst die Themen“, sagt die 16-jährige Christina Pham. Der „Spargel“, der dieses Jahr 25 wird, kann eine lange Erfolgsgeschichte vorweisen, er hat zahlreiche Preise abgeräumt. Die aktuelle Redaktion versteht das als Ansporn. „Da wollen wir natürlich nicht die sein, bei denen das aufhört“, sagt Vivien Werner.

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