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Aus der Stadt MHH-Arzt soll 18 Jungen missbraucht haben

Hannover Aus der Stadt MHH-Arzt soll 18 Jungen missbraucht haben

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00:15 13.04.2015
Von Tobias Morchner
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Arzt der MHH ausgeweitet.
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Arzt der MHH ausgeweitet. Quelle: dpa/Symbolbild
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Augsburg/Hannover

„Wir werden erst etwas dazu sagen, wenn die Anklage fertig ist“, sagt Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai.

Was die Strafverfolger seit der Festnahme des heute 40-Jährigen im Oktober über Harry S. herausgefunden haben, übersteigt alle Vorstellungen. Insgesamt wird der Mediziner dringend verdächtigt, innerhalb von sieben Jahren 18 Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zum Teil mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Nach den Erkenntnissen der Fahnder begann die unheimliche Serie von Übergriffen im August 2007 und endete im August 2014. Zudem entdeckten die Fahnder auf den Computern und mehreren Speichermedien des 40-Jährigen insgesamt mehr als 50.000 kinderpornografische Fotos. Dabei ist es nicht ausgeschlossen, dass die Beamten im weiteren Verlauf ihrer Untersuchungen nicht noch auf weiteres belastendes Material stoßen. „Die Ermittlungen sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen“, sagt Oberstaatsanwalt Nickolai.

Kinderarzt Harry S. sitzt seit Oktober in seiner Heimatstadt Augsburg in Untersuchungshaft. Sein Fall war aufgeflogen, nachdem er im Sommer einen fünf Jahre alten Jungen aus Garbsen-Berenbostel in sein Auto gelockt und mit ihm zu seiner Wohnung in die List gefahren war. Dort soll sich S. an dem Jungen vergangen haben. Zwei Stunden nach dessen Verschleppung brachte er sein Opfer mit seinem Wagen zur Weimarer Straße in Vahrenwald und überließ den völlig hilflosen Jungen sich selbst.

Die Polizei setzte umgehend eine 20-köpfige Ermittlungsgruppe ein, die „Puky“ genannt wurde – nach dem Hersteller des Kinderfahrrades, das der Junge in Berenbostel zurückgelassen hatte. Die Spuren führten die hannoverschen Fahnder schließlich nach Bayern. Dort bearbeiteten die Kollegen ähnlich gelagerte Missbrauchsfälle an Kindern. Harry S. hatte seine Tätigkeit an der MHH im September 2013 aufgenommen. Zuvor war er an Kliniken in Augsburg und München tätig. Nach den neuesten Erkenntnissen der Ermittler ist es auch in diesen beiden Städten sowie in Nürnberg zu Übergriffen auf Jungen gekommen.

Die MHH entließ den Arzt, der seit 2013 dort beschäftigt war, kurze Zeit später.

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