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Aus der Stadt Verfassungsschutz warnt vor türkischem Konzert
Hannover Aus der Stadt Verfassungsschutz warnt vor türkischem Konzert
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06:29 15.12.2014
Von Tobias Morchner
Foto: Der Sitz des Niedersächsischen Verfassungsschutzes: Die Organisation ADÜTDE vertritt einen übersteigerten Nationalismus, so der Inlandsnachrichtendienst.
Der Sitz des Niedersächsischen Verfassungsschutzes: Die Organisation ADÜTDE vertritt einen übersteigerten Nationalismus, so der Inlandsnachrichtendienst. Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Hannover

Der Auftritt des türkischen Sängers Mustafa Yildizdogan am kommenden Sonntag in Hannover ruft den Verfassungsschutz auf den Plan. Das Konzert im Star Event Center in Vahrenwald wird organisiert von der Gruppierung „Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine Deutschland“, deren türkischer Name ADÜTDF abgekürzt wird. Die Organisation wird vom Verfassungsschutz Niedersachsen als extremistisch eingestuft. „Sie ist ein Sammelbecken extrem nationalistischer Personen mit türkischem Migrationshintergrund und vertritt einen übersteigerten Nationalismus“, teilt der Inlandsnachrichtendienst auf Anfrage der HAZ mit.

Politisch orientiere sich die ADÜTDF an der Partei der Nationalistischen Bewegung MHP. Deren Anhänger sind auch unter dem Namen „Graue Wölfe“ bekannt. Sie streben die Errichtung eines großtürkischen Reichs an, das sich von Zentralasien bis zum Balkan erstrecken soll. Die „Grauen Wölfe“ sollen für eine ganze Reihe von Gewalttaten verantwortlich sein. Ihr Zeichen ist die rote Fahne mit den drei Halbmonden. Dieses Symbol taucht immer wieder auch in den Videos des Sängers Mustafa Yildizdogan auf.

Dass die „Grauen Wölfe“ weiterhin der Gewalt nicht abgeschworen haben, belegt ein Vorfall vom März 2013. Damals provozierten extremistische Türken am Schillerdenkmal an einem Infostand des Kurdistan Volkshauses. Schließlich brachen die „Grauen Wölfe“ einen Streit mit den Kurden vom Zaun. Es kam zu einem Gerangel, in dessen Verlauf ein 21-Jähriger durch einen Messerstich verletzt wurde.

Ismail Cetin, der für die ADÜTDF in Hannover an der Organisation des Konzertes am Sonntag beteiligt ist, weist die Vorwürfe der Behörden zurück. „Der Verfassungsschutz ist auf dem falschen Dampfer. Das sind Gerüchte, die von den Linken über uns in die Welt gesetzt werden, und der Verfassungsschutz schreibt sie immer wieder ab“, sagt er. Bei der Veranstaltung handele es sich um ein ganz normales Konzert. Cetin erwartet dazu bis zu 400 Fans.

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