Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Vergewaltiger aus Hannover erhält acht Jahre Haft
Hannover Aus der Stadt Vergewaltiger aus Hannover erhält acht Jahre Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 12.05.2010
Von Sonja Fröhlich
Mahnwache: Eine Handvoll, zum Teil vermummte, WfH-Mitglieder vor dem Landgericht. Quelle: Rainer Surrey

In die von der Dritten Jugendkammer des Landgerichts verhängte Strafe flossen vorherige Verurteilungen mit ein. Der heute 19-Jährige hatte schon wegen Raubes und Körperverletzung sowie wegen versuchten Totschlags vor Gericht gestanden: Weil er am Schünemannplatz in Ricklingen einen Mann mit einem Baseballschläger fast zu Tode geprügelt hatte, war er zu viereinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden.

Die Tat, für die E. am Dienstag verurteilt wurde, war nicht weniger grausam. Im Dezember 2007, kurz vor Weihnachten, hatten der 16-Jährige und sein ein Jahr jüngerer Freund das 13-jährige Mädchen mit einem Anruf in die Tiefgarage des Finanzamtes an der Göttinger Chaussee gelockt, wo sie sich häufiger trafen. Dort füllten die Jugendlichen das Mädchen mit Wodka ab und vergingen sich an ihr. Die 13-Jährige wurde mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen und mehrmals vergewaltigt. Schließlich ließen die Täter die Verletzte auf dem Boden liegen und verschwanden. Eineinhalb Stunden lag das Mädchen dort bei Minusgraden, bis es von einem Bekannten der Täter gefunden wurde.

Rechtsmediziner stellten an ihrem Körper schwere Verletzungen fest, die auf Vergewaltigung hinwiesen. Weil Ismail E. zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig war, wurde das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten. Prozessbeteiligte äußerten sich im Anschluss erschrocken über gänzlich fehlendes Schuldbewusstsein des Angeklagten, der selbst den Urteilsspruch locker aufgenommen habe. Der türkischstämmige Hannoveraner hatte zwar zugegeben, mit der 13-Jährigen Geschlechtverkehr gehabt zu haben, aber behauptet, dieser hätte im gegenseitigen Einvernehmen stattgefunden. Was sein Freund dann getan habe, sei ihm egal gewesen. Der Mittäter war bereits zu zwei Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Richterin Beatrix Homann, so war zu erfahren, hielt dem Angeklagten vor, dass er das Vertrauen des Mädchens schwer missbraucht und dem Opfer vor Gericht nicht die Belastung der Aussage erspart habe. Die Jugendliche war in einem geschützten Raum per Videoübertragung vernommen worden. Dabei hatte sie erklärt, in den Angeklagten verliebt gewesen zu sein – deshalb habe sie sich zum Treffen in der Tiefgarage überreden lassen. Aufgrund des Alkoholkonsums soll sich das Opfer allerdings kaum noch an die Tat erinnert haben können.

E.s Verteidiger Manfred Döbel zeigte sich überrascht von der Härte des Urteils und kündigte Revision an: „Die Sache war heftig, keine Frage, aber acht Jahre Gefängnis sind zu viel für einen unreifen Menschen, der bei der Tat erst 16 Jahre alt war.“ Nach dem Gesetz gilt für Jugendliche ein Höchststrafmaß von zehn Jahren, auch wenn es um mehrfachen Mord geht. Die Höchststrafe forderten am Dienstag Mitglieder der Partei WfH – allerdings wurde ihre angekündigte Mahnwache eher zur Farce. Zunächst hatten die WfH Probleme, überhaupt eine Handvoll Mitglieder für die Aktion zusammenzubekommen. Dann vermummten sich zwei Frauen mit Verweis auf ihren Beamtenstatus. Ein Richter wurde bei ihrem Anblick ärgerlich: „Eine Mahnwache mit Sonnenbrillen und Kapuzen – und sie stehen hier für Meinungsfreiheit? Das ist grotesk.“

Zu diesem Artikel können keine Leserkommentare abgegeben werden.

Die Unfallserie mit Stadtbahnen der Üstra reißt nicht ab. Am Montagabend ereignete sich in Vahrenwald bereits das vierte Unglück mit verletzten Personen innerhalb von nur knapp zwei Wochen. Dabei wurde ein junger Mann leicht verletzt. Er hatte gegen 20.50 Uhr versucht, die Vahrenwalder Straße in Höhe des Niedersachsenrings an einer Fußgängerfurt zu überqueren.

Tobias Morchner 11.05.2010

Eine turbulente 96-Saison ist glücklich zu Ende gegangen. Doch wie geht es im August weiter? Bleibt Slomka Trainer, und welche Spieler kommen oder müssen gehen? Das Radio-Magazin der MMBBS sucht an diesem Mittwoch auf Leinehertz 106,5 nach den Antworten. Live im Studio dabei ist auch Sportdirektor Jörg Schmadtke.

11.05.2010

Ein Weltrekord im Gassigehen soll in Hannover am 6. Juni unter dem bezeichnenden Motto „Hannover geht Gassi“ auf einer 14.000 Quadratmeter großen Wiese auf der Pferderennbahn Neue Bult aufgestellt werden.

Veronika Thomas 11.05.2010