Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Verkauf der Herrenhäuser-Brauerei ist beschlossen
Hannover Aus der Stadt Verkauf der Herrenhäuser-Brauerei ist beschlossen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:52 22.10.2010
Der bisherige Konkurrent Wittinger kauft die Herrenhäuser Brauerei in Hannover. Quelle: Rainer Surrey

Bei der Betriebsversammlung gab es Applaus“, berichtete Insolvenzverwalter Torsten Gutmann gestern, nachdem die Mitarbeiter der Brauerei Herrenhausen über die Zukunft des Unternehmens informiert worden waren. Die neuen Chefs hatten ihren neuen Mitarbeitern persönlich von ihren Plänen berichtet – und sind damit gut angekommen. Die Privatbrauerei Wittinger aus der Südheide wird die in der Insolvenz befindliche Brauerei Herrenhausen übernehmen. Damit sind auch die Pläne des bisherigen Geschäftsführers Manfred Middendorff gescheitert, die Traditionsbrauerei weiterzuführen.

Der Mitinhaber der Privatbrauerei Wittinger, Christian Schulz-Hausbrandt, und sein Geschäftsführer-Kollege Holger Bock wollen alle 72 Arbeitsplätze erhalten. Und die beiden haben große Pläne: „Wir wollen alles daransetzen, dass die Brauerei Herrenhausen Bestand hat, und wir wollen das Bier als regionale Qualitätsmarke stärker im Markt positionieren“, sagte Schulz-Hausbrandt. Herrenhäuser soll eine eigenständige Marke bleiben und nicht von Wittinger gemischt oder gar vom Markt genommen werden, meinte er im Anschluss an die Betriebsversammlung vor Journalisten.

„Bier braucht eine Heimat – das ist für unser Bier in der Südheide das Marketingkonzept“, sagte Geschäftsführer Bock. Das Gleiche wolle man auch mit der Marke Herrenhäuser für die hiesige Region verwirklichen. Herrenhäuser mit einem Absatz von in diesem Jahr voraussichtlich 100 000 Hektoliter sei als Marke im Bereich Hannover ausbaufähig, sowohl im Gaststättenbereich als auch im Handel. „Wichtig ist aber, dass die Hannoveraner ihre Loyalität zu dieser Marke weiter zeigen und die Marke unterstützen“, appellierte Schulz-Hausbrandt. Es gelte zunächst, verloren gegangenes Vertrauen in die Marke zurückzugewinnen. Deutliches Engagement werde man zum Beispiel beim Schützenfest und beim Maschseefest zeigen.

Die Gebiete der beiden Brauereien grenzen im Bereich Celle aneinander, das soll nach den Vorstellungen von Wittinger auch so bleiben. Allerdings könnte zum Beispiel in Gaststätten in Hannover, die derzeit Herrenhäuser ausschenken, als zweite Marke Wittinger angeboten werden, oder umgekehrt Herrenhäuser in Gaststätten in der Südheide. Geplant ist außerdem eine enge Zusammenarbeit bei der Logistik.

Als ein erstes sichtbares Zeichen der Übernahme soll es schon bald Herrenhäuser aus Halbliterdosen geben. Das Bier wird in Hannover gebraut und soll mit Tankwagen die etwas mehr als 100 Kilometer lange Strecke über Celle nach Wittingen transportiert und dort in Dosen abgefüllt werden, weil es eine Dosenabfüllanlage bei der Brauerei in Herrenhausen nicht gibt. Die beiden neuen Chefs zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem Zustand der Anlagen in Hannover. „Das eine oder andere muss erneuert werden, die grundsätzlichen Sachen sind aber in einem guten Zustand“, sagte Schulz-Hausbrandt. Allerdings seien die Anlagen nicht auf dem neusten technischen Stand. „Auch eine etwas ältere Brauerei kann hervorragendes Bier brauen“, sagte der Geschäftsführer. Das sei dann eben mit etwas mehr Handarbeit verbunden.

Insolvenzverwalter Torsten Gutmann begründete die Entscheidung zugunsten von Wittinger mit dem guten Angebot des Unternehmens. „Wir sind froh, dass wir mit der Wittinger Privatbrauerei jemanden gefunden haben, der alle 72 Arbeitsplätze erhält, das ist für ein Insolvenzverfahren ungewöhnlich“, sagte er. Seit Beginn des Insolvenzverfahrens hätte es insgesamt „sechs ernsthafte Interessenten“ an der Brauerei Herrenhausen gegeben. Am Schluss waren mit Einbecker und Wittinger zwei Brauereien übrig geblieben. Die Übernahmeverträge sollen am heutigen Freitag unterschrieben werden. Die Übernahme ist dann für den 1. November geplant. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, spekuliert wird über eine Summe zwischen zwölf und 15 Millionen Euro.

Gescheitert ist mit der Entscheidung zugunsten von Wittinger der bisherige Geschäftsführer der angeschlagenen Brauerei, Manfred Middendorff. „Wir haben seinen Plan unterstützt und durchgerechnet“, sagte Insolvenzverwalter Gutmann. Aber es habe eine Finanzierung gefehlt, meinte er. Ob Middendorff eine Zukunft im Betrieb hat, blieb offen. Geschäftsführer Bock sagte, er könne sich alles vorstellen, aber Näheres müssten weitere Gespräche zeigen.

Mathias Klein und Carola Böse-Fischer

Doppelgänger macht Vaterschaftstest: Ein 23-Jähriger will das Familiengericht täuschen – und landet mit seinem Bekannten wegen Prozessbetrugs vor dem Amtsgericht Hannover. Für die strafrechtlichen Folgen sind beide Männer gleichermaßen verantwortlich.

Juliane Kaune 21.10.2010

Intensiver Gasgeruch strömte am Donnerstagmittag durch den Forschungs- und Laborbereich der Medizinischen Hochschule Hannover. Spezialeinsatzkräfte der Feuerwehr evakuierten den Gebäudekomplex - und lokalisierten Ethanoldämpfe im Keller des Gebäudes.

21.10.2010

Mit seinen Überwachungskameras verstößt der Flughafen Hannover-Langenhagen nach Erkenntnissen des Datenschutzbeauftragten des Landes gegen Datenschutzbestimmungen. Joachim Wahlbrink hat bei einem Besuch des Airports am vergangenen Dienstag die Datenschutzmängel festgestellt.

Mathias Klein 20.10.2010