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Aus der Stadt Verkaufsgerüchte um Gilde-Brauerei
Hannover Aus der Stadt Verkaufsgerüchte um Gilde-Brauerei
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00:32 14.05.2015
Was wird aus der Gilde-Braueri in der Südstadt? Wieder sind Verkaufsgerüchte aufgekommen. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Konkret genannt wird das Frankfurter Brauhaus (Beteiligungsgesellschaft TCB) in Brandenburg, von dem am Montag keine Stellungnahme zu erhalten war. AB-InBev-Sprecher Oliver Bartelt sagte, es habe in den vergangenen Jahren immer mal wieder Gespräche mit Interessenten gegeben. „Aktuell sind aber keine Verträge unterschrieben oder formuliert.“

Die 1609 gegründete hannoverschen Traditionsbrauerei ist mit ihren 80 Mitarbeitern und Kapazitäten von 1,5 Millionen Hektolitern im Jahr nur zu rund einem Fünftel ausgelastet. Davon entfallen 150.000 Hektoliter auf die Hausmarken Ratskeller, Gilde und Lindener, der Rest auf andere Marken aus dem InBev-Imperium. Seit 2008 gibt es keine Lohnbrauaufträge für Discounter-Billigbier mehr, weil der Konzern sich keine Konkurrenz für die eigenen Premiummarken (Hasseröder, Beck´s) ins Haus holen will. Das hat für den Standort auch Nachteile, denn Biere für Handelsketten gelten als das einzige Marktsegment, das bei insgesamt rückläufigem Bierkonsum in Deutschland noch wächst.

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Bis zum Jahr 2020 läuft ein Standortsicherungsvertrag von AB-InBev mit der Stadt Hannover, den ein möglicher Käufer übernehmen müsste. Möglicherweise geht es bei den aktuellen Verhandlungen aber auch gar nicht um einen Verkauf der Gilde. Aus Kreisen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ist eine zweite Variante zu hören – dass nämlich in Hannover künftig doch wieder Handelsmarken für Supermarktketten gebraut werden, um die Auslastung zu verbessern. Für AB-InBev wäre das ein Strategiewechsel – zumindest für den Standort Hannover.

Aus Mitarbeiterkreisen ist zu hören, man würde es lieber sehen, bliebe die Gilde vorerst im AB-Inbev-Reich. Grund ist nicht nur der bis 2020 laufende Standortsicherungsvertrag, der Garantien in Sachen Lohn und Arbeitsplatzsicherheit bietet. AB-Inbev ist einer von nur drei Brauereibetrieben in Niedersachsen, der überhaupt noch tarifgebunden ist.

Saskia Döhner 11.05.2015
14.05.2015