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Aus der Stadt 220.000 Menschen in Shoppinglaune
Hannover Aus der Stadt 220.000 Menschen in Shoppinglaune
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19:38 05.10.2014
Von Saskia Döhner
220.000 Besucher flanierten am Sonntag in Hannovers Innenstadt. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Es ist eine Mutter-Tochter-Sache. Viele Frauen, die bei Lehmanns Media am Sonntagnachmittag Stirnbänder stricken oder Handyhüllen häkeln, haben ihre Mutter mitgebracht. So wie Ulrike Böhm aus der List, die wie ihre 85-jährige Mutter Ursula Rachow Handarbeitsprofi ist. „Ich habe schon mit sechs Jahren meinen ersten Pullover gestrickt“, erzählt die Mutter, und ihre Tochter berichtet von den diversen Strampelanzügen, die sie für ihre vier Söhne gefertigt hat. „Schade nur, dass sich keiner von ihnen fürs Stricken interessiert hat“, sagt sie lachend und arbeitet an der nächsten Masche ihrer leuchtend pinkfarbenen Mütze: „Prima zum Radfahren, da wird man gut gesehen.“

Auch Janin Lederich (37) aus Linden-Süd ist mit ihrer Mutter da. Christa Lederich (61) kommt aus der Nordstadt und findet: „Handarbeiten ist das Richtige für die langen Herbst- und Winterabende, die jetzt kommen.“ „Und so viel schnökern kann man auch nicht“, wirft ihre Tochter augenzwinkernd ein. Die Hände müssen schließlich die Stricknadeln halten.

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Kerstin Zirzow (41) aus der Südstadt hat ihre Tochter mit zum Stricktag in der Buchhandlung genommen. Anna ist zehn Jahre alt und Linkshänderin, was es ihrer Mutter erschwert, ihr den richtigen Umgang mit der Häkelnadel zu zeigen. Das übernimmt Annabel Friedrichs vom DK Verlag. „Handarbeit ist wieder in“, sagt die junge Frau. Selbstgemachtes steht hoch im Kurs - auch bei Studentinnen. Und noch jüngeren Mädchen. So wie Anna. Die Fünftklässlerin hat zwar schon viele selbst gehäkelte Mützen von ihrer Mutter bekommen, aber trotzdem ist sie jetzt stolz darauf, für sich selbst eine Mütze zu häkeln.

Gleich um 13 Uhr - zum Start des verkaufsoffenen Sonntags - sind die strickenden Mütter und Töchter zu Lehmanns gekommen, nach zwei Stunden muss zum ersten Mal Nachschubwolle geholt werden. Und es sieht nicht so aus, als ob irgendjemand so schnell gehen will. Das Einkaufen kann warten.

Draußen flanieren derweil insgesamt 220.000 Besucher bei strahlendem Sonnenschein über die Fußgängerzone. Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft spricht von einem fast südländischen Flair. „Man bummelt ganz entspannt, die Erwartungen der Händler und Gastronomen haben sich voll erfüllt.“ Walter und Karin Vooth, die aus Cuxhaven angereist sind, um in Hannover den Tag der Einheit zu feiern, gönnen sich vor der Heimfahrt noch ein Eis. Verkaufsoffene Sonntage sind für sie nichts Besonderes: „Im Sommer gibt es das bei uns auch oft.“ Annette Pansy-Ewald, die ihr Rad durch die Georgsstraße schiebt, hält von dem Trubel dagegen nicht viel: „Es geht nur um Konsum.“ Draußen ist Spätsommer, in der Ernst-August-Galerie kann man bei einer Modenschau schon sehen, was der Herbst so bringt. Eines der Models ist der tags zuvor gewählte neue Mister Niedersachsen, Mathias Osada. Der 27-jährige Autoverkäufer war erst kürzlich Mister Hannover geworden.

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