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Aus der Stadt Teures Verkehrsleitsystem nur noch Schrott
Hannover Aus der Stadt Teures Verkehrsleitsystem nur noch Schrott
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00:15 11.10.2013
Von Tobias Morchner
Foto: Die versenkbaren Baken auf dem Messeschnellweg werden auf der Strecke zwischen Weidetorkreisel und Pferdeturm wieder per Hand eingerichtet.
Die versenkbaren Baken auf dem Messeschnellweg werden auf der Strecke zwischen Weidetorkreisel und Pferdeturm wieder per Hand eingerichtet. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Das bundesweit einmalige Verkehrsleitsystem auf dem Messeschnellweg mit seinen hydraulisch versenkbaren Baken ist Geschichte. Wie das Landesamt für Straßenbau und Verkehr der HAZ bestätigt, ist eine eigentlich anstehende erneute Reparatur zu aufwendig und zu teuer. „Wir sind dabei, die Anlage mit Kies, Sand und Bitumen zu verfüllen“, sagt Joachim Ernst von der Landesbehörde. Die versenkbaren Baken dienten dazu, während großer Messen den Schnellweg für Anfahrt und Rückreise der Besucher in eine vierspurige Einbahnstraße zu verwandeln. Künftig werden die Maßnahmen A und R auf der Strecke zwischen Weidetorkreisel und Pferdeturm wieder per Hand eingerichtet.

Das anfällige Verkehrsleitsystem war vor der Expo 2000 in den Mittelstreifen des Schnellwegs gesetzt worden – für umgerechnet fast neun Millionen Euro. Schon damals waren allein die Instandhaltungskosten der Anlage immens. Denn die versenkbaren Baken mussten jedes Jahr vor Einbruch des Winters vollständig abmontiert werden, um sie vor Salzablagerungen auf dem Schnellweg zu schützen. Im Frühjahr wurden sie wieder eingesetzt. Mit den Jahren wurde die Anlage immer reparaturanfälliger. Regelmäßig traten Störungen auf, die nur durch zum Teil massive Eingriffe in den Straßenverkehr behoben werden konnten.

Leidsystem: Statt versenkbarer kommen wieder herkömmliche Baken zum Einsatz.

Zuletzt waren die Baken im September 2011 für rund 100 000 Euro repariert worden. Druckluftverlust im System durch porös gewordene Schläuche hatte dazu geführt, dass die Fahrbahnteiler weder rauf- noch heruntergefahren werden konnten. Bereits zwei Monate später fiel das System erneut aus. Wegen des lang anhaltenden Winters konnte die Suche nach dem Fehler erst im April dieses Jahres begonnen werden. Geprüft werden sollte unter anderem, ob die Landesbehörde möglicherweise Regressansprüche gegen die Firma, die mit der Reparatur der Anlage beauftragt worden war, geltend machen kann.

Doch der Fehler im einst so innovativen Verkehrsleitsystem konnte bis heute nicht gefunden werden. Die Arbeiter hätten dazu den Schnellweg auf dem betroffenen Teilstück vollständig aufreißen müssen. Selbst wenn die defekte Leitung dabei entdeckt worden wäre, hätte es keine Garantie dafür gegeben, dass nach der Beseitigung des Schadens die Anlage nicht an anderer Stelle erneut Druckluft verloren hätte. Auch ohne die Anlage wollen die Verantwortlichen in Zukunft auf die Maßnahme A und R, also die Einbahnstraßenregelungen auf dem Schnellweg während der großen Messen, nicht verzichten. „Künftig wird es eben so sein, dass die mobilen Baken per Hand aufgestellt beziehungsweise entfernt werden müssen – auch wenn das bedeutet, dass der Verkehr dazu komplett angehalten werden muss“, sagt Joachim Ernst. Diese Variante hatte die Landesbehörde in der Vergangenheit kategorisch abgelehnt. Es sei viel zu gefährlich für die Arbeiter, hieß es. Die nächste Maßnahme A und R steht im November zur Agritechnica, der großen Fachmesse Landtechnik, an.

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