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Aus der Stadt Öffi-Nutzer sind die Zufriedensten
Hannover Aus der Stadt Öffi-Nutzer sind die Zufriedensten
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00:15 02.12.2017
Über den Verkehr in Hannover wird viel geschimpft. In der Befragung allerdings gaben sich die Nutzer überdurchschnittlich zufrieden.  Quelle: dpa
Hannover

 Platz drei im Großstadtvergliech: Zufriedener als die Hannoveraner sind eigentlich nur die Dresdner und die Leipziger mit ihren Verkehrsverhältnissen, am schlechtesten fiel die Bewertung in Köln aus. Das hat eine repräsentative Studie des Automobilverbands ADAC ergeben. Angesichts der vielfachen Kritik an Staus, langen Ampelphasen und schlechten Radwegen sagt Hannovers ADAC-Sprecherin Christine Rettig: „Das Ergebnis hat uns auch überrascht.“ Kritik gibt es am Baustellenmanagement. Und genervt sind eigentlich alle Verkehrsteilnehmer von Radfahrern: die Autofahrer, die Fußgänger – und auch die Radfahrer selbst.

Bundesweit 15 Großstädte wurden verglichen. Insgesamt hat der ADAC 20.000 Verkehrsteilnehmer befragen lassen, dann 9336 lange Online-Interviews geführt. Das Ergebnis: In Dresden sind die meisten zufriedenen Verkehrsteilnehmer (41 Prozent) und die wenigsten unzufriedenen (11 Prozent), gefolgt von Leipzig (40/10). Dann kommt, an dritter Stelle, Hannover: 39 Prozent Zufriedene, 14 Prozent Unzufriedene. Zum Vergleich: Schlusslicht ist Köln mit 27 Prozent Zufriedenen und 19 Prozent Unzufriedenen.

Autofahrer eher unzufrieden

Bundesweit sind 9336 Verkehrsteilnehmer gefragt worden, in Hannover waren es 609: 353 Stadtbewohner und 256 Pendler und Besucher, wobei letztere mindestens an zwei tagen pro Woche regelmäßig in der Stadt unterwegs sein mussten. Der Einzelvergleich zeigt: Bei Autofahrern gibt es mehr Unzufriedene (25 Prozent, also jeder Vierte), die die Noten 1 oder 2 vergaben, als Zufriedene (23 Prozent gaben die Noten 5 oder 6). Fast jeder zweite Autofahrer gibt dem hannoverschen Baustellenmanagement schlechte Noten (42 Prozent), zufrieden sind damit nur 15 Prozent. Weitere Kritikpunkte sind die Höhe der Parkgebühren (38 Prozent) und das Verhalten der Radfahrer (36 Prozent).

Radfahrer sehr zufrieden

Nicht nur Autofahrer ärgern sich häufig über Radfahrer, sondern auch Fußgänger (36 Prozent) und andere Radfahrer (22 Prozent). Dabei scheint die Situation für Radler gar nicht so schlecht zu sein, wie von Fahrradlobbyisten oft beklagt: In der Studie zeigten sich 47 Prozent mit dem Radwegenetz zufrieden, 41 Prozent lobten breite Radwege, sogar 51 Prozent gaben an, dass die Wegeführung in Hannover sehr direkt sei. Bundesweit landet Hannover in der Kategorie Radfahrerzufriedenheit auf dem zweiten Platz hinter Leipzig, 40 Prozent der Radnutzer gaben die Noten 1 oder 2, nur 12 Prozent die Noten 5 oder 6. Größter Kritikpunkt von Radfahrern ist das Verhalten der Autofahrer (25 Prozent unzufrieden), aber auch die Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und U-Bahnstationen wurde bemängelt (15 Prozent unzufrieden).

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Busse und Bahnen beliebt

Die Nutzer des Öffentlichen Nahverkehrs haben den höchsten Zufriedenheitswert: 46 Prozent (nur 9 Prozent sind unzufrieden). Haltestellendichte (58 Prozent Zufriedenheit), kurze Umsteigewege (56 Prozent) und Pünktlichkeit (54 Prozent) werden als größte Pluspunkte genannt, bemängelt wurden einzig eine zu geringe Zahl an Pkw-Stellplätzen an Haltestellen (17 Prozent) und zu hohe Preise (16 Prozent).

Fußgänger kommen gut klar

Auch zu Fuß scheint der Hannoveraner zufrieden zu sein. 45 Prozent gaben der Stadt gute Noten, nur 9 Prozent finden die Situation unzureichend. Gelobt wurden vor allem kurze Wege(58 Prozent), sichere Straßenüberquerungen (50 Prozent) und die Gehwegbreiten. Größer Kritikpunkt: das Verhalten der Radfahrer (36 Prozent, siehe oben).

Stadt: Baustellen werden besser

Hannovers Baudezernent Uwe Bodemann nahm die Kritik am Baustellenmanagement gestern auf: Es bleibne „weiterhin ein Schwerpunktthema“, dies zu optimieren. Man versuche, noch bessere Absprachen mit Baufirmen zu treffen. Insgesamt aber freue sich die Stadtverwaltung über das bundesweit gute Abschneiden: „Es zeigt, dass der Verkehrsmix in der Landeshauptstadt ausgeglichen ist.“ Mit Sicherheitsprojekten wie „Gib mir acht“ (Schulkinder) oder „Lust auf Fahrrad“ sehe sich die Stadt auf dem richtigen Weg, nehme aber Anregungen aus der Studie auf.

Auch Regions-Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz, zuständig für den Nahverkehr, nahm die hohen Zufriedenheitswerte erfreut zur Kenntnis. „Die Region Hannover investiert jedes Jahr über 150 Millionen Euro in den Nahverkehr“, sagt Franz: „Wir freuen uns daher über die sehr positive Resonanz.“

Hier geht's zur vollständigen ADAC-Studie

Von Conrad von Meding

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