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Aus der Stadt Pedelecs kommen nicht ins Rollen
Hannover Aus der Stadt Pedelecs kommen nicht ins Rollen
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20:45 08.02.2015
Von Bernd Haase
Elektrofahrräder wie diese sollten in Hannover einmal ausleihen sein – doch das Projekt stockt. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

„Wir haben es europaweit ausgeschrieben, aber von vier eingegangenen Angeboten war keines geeignet“, sagt Rathaussprecher Alexis Demos. Derzeit werde das weitere Vorgehen geprüft. Zur Auswahl steht, es entweder mit einer zweiten Ausschreibung zu probieren oder den Fahrradverleih ganz zu den Akten zu legen.

Der Verleih ist das einzige Vorhaben im sogenannten „Schaufenster Elektromobilität“, das Hannover verantwortet. Es soll bei dreijähriger Laufzeit etwa 1,35 Millionen Euro kosten; davon muss die Stadt selbst 750.000 Euro beisteuern. Hinter dem Schaufenster verbirgt sich der Wille der Bundesregierung, Elektrofahrzeuge populärer zu machen. Vier Regionen dürfen sich daran beteiligen, darunter auch die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg.

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Hannover als Großstadt hatte sich für den Verleih von Pedelecs erwärmt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Fahrräder mit elektrischen Zusatzmotoren, die Radler beim Treten unterstützen, solange sie nicht schneller als 25 Kilometer in der Stunde fahren. Die Reichweite, bis der Akku neu geladen werden muss, beträgt bis zu 120 Kilometer. Weil sich mit diesen Fahrrädern auch längere Strecken - etwa zur Arbeitsstelle - zurücklegen lassen, ohne dass der Fahrer sich verausgaben muss, gelten sie als Alternative zum Auto für Pendler.

Das Verleihsystem soll mit zehn Stationen starten, die wiederum jeweils mit sechs Pedelecs bestückt sind. Vorgesehen sind Standorte sowohl in der Innenstadt als auch in den Stadtteilen. Bevorzugt wird die Nähe zu Stadtbahn- und S-Bahn-Haltestellen sowie zu Hochschuleinrichtungen. Die Stellplätze erhalten Diebstahlsicherungen und mit Sonnenenergie betriebene Ladestationen für die Akkus. Kunden sollen die Ausleihe per Internet oder per Handy buchen und bezahlen können.

Das alles ist bisher aber nur Theorie. In der Praxis ist das Vorhaben bisher gescheitert, weil die eingegangenen Angebote laut Stadtsprecher Demos entweder formalrechtlich nicht den Anforderungen genügten oder im Preis zu hoch lagen. Selbst wenn sich die Stadt für eine zweite Ausschreibung entscheiden sollte, wäre die Vorbereitungszeit zu kurz, um noch in der diesjährigen Fahrradsaison an den Start gehen zu können.

Betroffen von der Entwicklung ist auch die Hochschule Hannover. Sie begleiten das Projekt wissenschaftlich und will unter anderem herausfinden, wie sich mehr Nutzer für Elektrofahrräder begeistern lassen - auch vor dem Hintergrund, ob und wie Hannovers Pedelec-Verleih später fortgeführt und gegebenenfalls sogar ausgeweitet werden kann.

Dazu müsste er allerdings erst einmal starten.

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