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Aus der Stadt Beginenturm ist jetzt preisgekrönt
Hannover Aus der Stadt Beginenturm ist jetzt preisgekrönt
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18:55 05.11.2015
Von Conrad von Meding
Der Beginenturm ist ein denkmalgeschützter Wehrturm Am Hohen Ufer in Hannover. Der Turm wurde 1357 erstmals als „De nye Torn“ erwähnt und war Teil der Stadtbefestigung Hannovers. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Anerkennungen erhielten zudem die Gedenkstätte Ahlem und das Schloss Herrenhausen.

Der BDA-Preis geht stets nicht nur an die Architekten, sondern auch an die Bauherrn, betonte BDA-Landesvorsitzender Harald Kiefer am Donnerstag in seiner Eröffnungsrede im Sprengel-Museum. Damit wolle man das gemeinsame Engagement für Baukunst würdigen. Daher erhielt den Preis für die Umgestaltung des Beginenturms nicht nur das Büro TW.Architekten (Hannover), sondern auch die zuständige Kulturabteilung in der Stadtverwaltung.

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Die Nutzbarmachung des Turms stelle „ein Lehrstück für eine gelungene historische Rekonstruktion und eine zukunftsweisende Sanierung“ dar, kommentierte die Jury unter Vorsitz von Architekturprofessor Jörg Friedrich die Umbauleistung. Der Turm hat – dank zahlreicher Bürgerspenden – eine neue Treppe im Inneren erhalten, die Geschosse wurden trotz Denkmalschutzes brandschutzsicher gemacht, und in dem doppelstöckigen Freiraum zur Altstadt hin haben die Oststädter Architekten Maria Többen und Thomas Woschek mit einer Stahlkonstruktion zwei Aussichtsmöglichkeiten geschaffen – architektonisch dem Denkmal untergeordnet, aber doch klar in der Form.

Zum 15. Mal verleiht der Bund Deutscher Architekten (BDA) Niedersachsen den Architekturpreis. Der Preis ist der älteste Architekturpreis in Niedersachsen. Ausgezeichnet werden fünf Bauwerke von Architekten und Bauherren, die sich in der niedersächsischen Baukultur mit ihren Gebäuden verdient gemacht haben. 

Die preisgekrönte Stadtvilla hingegen kommt nahezu mit Bauhausklarheit daher – dabei handelt es sich formal nur um den Anbau an ein Wohnhaus, den die Sabo-Architekten (Hannover) sehr elegant gelöst haben. Die Jury betont, dass das Gebäude zwar die Schönheit der Zwanzigerjahre habe, dass darin aber „einfach schön gewohnt werden“ könne. Nicht der schlechteste Anspruch an Architektur ist das.

Die Auszeichnungen für die Gedenkstätte Ahlem ging an die Architekten Ahrens Grabenhorst (Hannover) und die Regionsverwaltung, für die Rekonstruktion des Herrenhäuser Schlosses als Tagungszentrum wurden die JK Architekten und Innenarchitekt Ewald Kramer (beide: Hamburg) ausgezeichnet, als Bauherr fungiert formal die Firma IVA, doch dahinter steht die in Hannover ansässige Volkswagenstiftung.

Insgesamt waren 69 Bauwerke vorgeschlagen worden, wovon die Jury 20 in die engere Wahl genommen hatte. Darunter aus Hannover die Apostelkirche (Pax Brüning Architekten), das Deloitte-Bürohaus am Aegi (BKSP), das Forum Herrenhäuser Markt (Schleich Kellner Wunderling) und die Erweiterung des Schulzentrums Langenhagen (Pfitzner Moorkens). Und warum ist das Sprengel-Museum nicht unter den Preisträgern? Kiefer lobte die Architektur – doch sei der Bau für diese Preisverleihung nicht rechtzeitig fertig geworden. Man darf also ahnen, dass dieses Bauwerk nicht 650 Jahre warten muss.     

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