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Aus der Stadt Verletzte Zähne sollen in die Rettungsbox
Hannover Aus der Stadt Verletzte Zähne sollen in die Rettungsbox
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21:19 24.11.2011
Start der Aktion „Wir retten Zähne“: Die Schüler der Klasse 4b der Grundschule Hägewiesen nehmen die Zahnrettungsboxen stellvertretend für alle anderen Schulen in Empfang. Quelle: Heusel
Hannover

Es passiert bei Zusammenstößen auf dem Schulhof oder häufig auch im Schwimmbad an der Treppe zur Rutsche, dass sich Kinder und Jugendliche an ihren Zähnen verletzen oder sie komplett ausschlagen. Laut Statistik verletzt sich jedes zweite Kind bis 16 Jahre beim Spielen, Sport oder Toben an den Zähnen. Um zu verhindern, dass verletzte Zähne durch eine falsche Erstversorgung unwiederbringbar zerstört werden, sind jetzt alle 500 Grund- und Förderschulen in Hannover und der Region mit sogenannten Zahnrettungsboxen ausgestattet worden. Etwa einmal im Jahr passiert an jeder Grundschule in der Region ein Unfall, bei dem Zähne verletzt werden.

„Ausgeschlagene Zähne können gerettet werden“, sagt Bastian Nack von der Techniker Krankenkasse Niedersachsen, die die rund 15 Euro teuren Boxen finanziert hat. Dazu müssen sie nach einem Unfall möglichst sofort in ein Gläschen gelegt werden, das eine spezielle Flüssigkeit enthält, in der beispielsweise auch Organe für Transplantationen transportiert werden. In solch einer Nährlösung können verletzte Zähne bis zu 48 Stunden lagern, um sie danach wieder zu reimplantieren. „Während meiner Arbeit im zahnärztlichen Notfalldienst habe ich häufig abgeschlagene Zähne gesehen, die, in ein Papiertaschentuch gewickelt, völlig ausgetrocknet waren“, sagt die Zahnärztin Petra Schneemann vom Team Jugendzahnpflege der Region Hannover. Bei unsachgemäßer Lagerung nehme das Zahngewebe innerhalb weniger Minuten Schaden. Zur Not könnten verletzte Zähne auch in einer Kochsalzlösung oder frischer Milch gelagert werden, allerdings nicht so lange wie in den Rettungsboxen.

Der Verlust von Zähnen, vor allem im Frontbereich des Kiefers, bedeutet für Kinder oft eine erhebliche Beeinträchtigung beim Sprechen, Kauen und der Ästhetik. „Die Kinder müssen oft jahrelang Provisorien tragen, weil eine Behandlung mit Zahnersatz erst mit Abschluss der Wachstumsphase möglich ist“, sagt Bastian Nack weiter. Damit die Zahnrettungsbox im Notfall immer griffbereit ist, wird sie in der Grundschule Hägewiesen, wo am Donnerstag die symbolische Übergabe für alle Schulen stattfand, im Sekretariat deponiert. „Dorthin kommen alle Schüler als Erstes, wenn ein Unfall passiert“, sagt Schulleiterin Petra Fernau. Die Zahnärztinnen der Region Hannover informieren in den nächsten Wochen alle Grundschulen über die sachgerechte Erstversorgung nach einem Zahnunfall.

Veronika Thomas

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