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Aus der Stadt Vermummte Beamte wollten sich bei Steintor-Razzia schützen
Hannover Aus der Stadt Vermummte Beamte wollten sich bei Steintor-Razzia schützen
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16:02 01.12.2010
Von Vivien-Marie Drews
Die Gesichter der Beamten sollten vor allem den Türstehern verborgen bleiben, die zum Teil der Rockerbande Hells Angels angehören. Quelle: Tim Schaarschmidt

Aus einem „Schutzbedürfnis heraus“ haben sich Beamte der Polizeiinspektion Mitte dafür entschieden, während einer Kontrollaktion am Steintor ihre Gesichter hinter Schutzmasken zu verbergen. Das hat am Dienstag der Sprecher der Polizeidirektion Hannover, Stefan Wittke, erklärt. „Nicht alle Menschen, die am Steintor unterwegs sind, haben einen friedfertigen Hintergrund“, sagte Wittke. Vor einer Kontrollaktion in den Lokalen „Sansibar“ und „Little Italy“ am Freitagabend habe die Einsatzleitung deshalb entschieden, dass die Polizisten Sturmhauben tragen, um unerkannt zu bleiben. Dem Vernehmen nach sollten die Gesichter der Beamten vor allem den Türstehern verborgen bleiben, die am Steintor die Einlasskontrollen regeln und zum Teil der Rockerbande Hells Angels angehören.

Polizeivizepräsident Reiner Langer hatte den Einsatz mit Sturmhauben im Nachhinein heftig kritisiert. Das vermummte Auftreten entspreche nicht der Philosophie der Polizeidirektion, sagte Langer. Am Dienstag bekräftigte Polizeisprecher Wittke, dass es sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt habe. Nach seiner Aussage sieht die Behördenleitung keine Notwendigkeit für ein erhöhtes Schutzbedürfnis am Steintor – offenbar entgegen der Auffassung einiger Beamter. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei werden Polizisten nach Einsätzen zunehmend auf der Straße von Widersachern wiedererkannt und angegriffen.

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