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Aus der Stadt Wird der Waterlooplatz wieder zum Oval?
Hannover Aus der Stadt Wird der Waterlooplatz wieder zum Oval?
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00:15 10.01.2016
Von Andreas Schinkel
Wird der Waterlooplatz wieder zum Oval? Eine Planskizze sorgt für Diskussionen.
Wird der Waterlooplatz wieder zum Oval? Eine Planskizze sorgt für Diskussionen. Quelle: Wilde (Archiv)
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Hannover

 Die Grafik liegt der HAZ vor. Blickfang auf der Stadtkarte soll eigentlich der geplante Behördenneubau am Schützenplatz sein, den die Stadt im Januar öffentlich vorstellen will. Das neue, sogenannte zweite Rathaus ist mit einem roten Kringel hervorgehoben. Doch Ratspolitiker sind jetzt irritiert, dass die Grafik zugleich einen umgestalteten Waterlooplatz mit anderer Verkehrsführung zeigt. Die Lavesallee teilt sich an der Südspitze des Platzes auf und wird um beide Längsseiten herumgeführt, sodass eine Art Kreisel entsteht.

„Es gibt offenbar konkrete Überlegungen für einen Umbau, sonst wäre der Platz nicht in dieser Weise eingezeichnet worden“, mutmaßt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Er kann der neuen Gestalt einiges abgewinnen und meint, dass der weite, leere Platz dadurch aufgewertet werde. „Das Projekt dürfte viel Geld kosten und nicht höchste Priorität genießen“, sagt Blaschzyk. Sein Kollege von den Grünen, Michael Dette, wundert sich über die Planskizze. „Mir sind eigentlich keine konkreten Vorhaben für den Waterlooplatz bekannt“, sagt er. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke, seit vielen Jahren ein Kenner des Rathauses, entschlüsselt das Rätsel. „Hier sind offenbar die Ideen aus dem Stadtentwicklungsdialog City 2020+ eingeflossen“, sagt er. Im Grunde sei diese Planung für den Waterlooplatz zu begrüßen.

Tatsächlich räumt die Stadt auf Nachfrage der HAZ einen Fehler ein. „Unglücklicherweise wurde eine Kartengrundlage gewählt, die nicht der tatsächlichen Situation am Waterlooplatz entspricht, sondern vermutlich von einem Ideenwettbewerb im Rahmen von Hannover City 2020+ von vor einigen Jahren stammt“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Um niemanden zu verwirren, werde man bei der öffentlichen Präsentation am Freitag, 8. Januar, im Wirtschaftsausschuss eine Stadtkarte verwenden, die die aktuelle Lage abbilde.

Im Abschlussbericht des Citydialogs ist denn auch zu lesen, dass die Stadt den Waterlooplatz als „Hippodrom“ mit veränderter Straßenführung umgestalten will, sodass er „zum Aufenthalt und zur Nutzung einlädt“.

FDP-Mann Engelke glaubt, dass die Ansicht vom neuen Waterlooplatz nicht aus Versehen in die vertraulichen Unterlagen zum Behördenneubau am Schützenplatz geraten ist. „Die Karte soll darauf einstimmen, wie das Viertel in den nächsten 20 Jahren aussehen wird“, sagt Engelke. Mit dem Bau des zweiten Rathauses am Schützenplatz werde möglicherweise die Tür für eine Umgestaltung des Waterlooplatzes geöffnet. Die Stadt will mit dem Bau des Behördenkomplexes schon 2016 beginnen. Bauträger ist die städtische Immobilientochter Union Boden. Unter einem gemeinsamen Dach werden das Ordnungsamt Mitte, die Zulassungsstelle, die Ausländerbehörde und andere Abteilungen des Fachbereichs Recht und Ordnung gebündelt. Die Zeit drängt, denn der Sitz des Ordnungsamtes in der Leinstraße ist marode. Allein die Heizkosten in dem zugigen Bau gehen dem Vernehmen nach in die Millionen.

Bernd Haase 10.01.2016
07.01.2016