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Aus der Stadt Große Verunsicherung durch Gerüchte im Internet
Hannover Aus der Stadt Große Verunsicherung durch Gerüchte im Internet
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00:23 21.11.2015
Von Hannah Suppa
An diesem Schreckensabend in Hannover sah man in der Stadt vor allem Menschen, die auf ihre Smartphones starrten. Quelle: dpa
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Hannover

Gerüchte dieser Art verbreiteten sich am Dienstagabend im Sekundentakt im Internet – über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Vieles, was am Abend im Internet kursierte, stellte sich  als falsch heraus – doch die Meldungen hielten sich hartnäckig, wurden von Nutzern oder anderen Medien immer weiter verbreitet. Weil es nur wenige Erklärungen für die Absage gab, suchten sich viele selbst ihre Erklärung. Es ist eben heute mehr denn je nur noch schwer auszuhalten, nicht informiert zu sein.

Allein bei der HAZ liefen im Laufe des Dienstagabends etwa 1000 Kommentare und Fragen von Lesern über die sozialen Medien auf – darunter von vielen Hannoveranern, die am Smartphone verunsichert nach Informationen suchten. „Was stimmt denn nun?“, war eine viel gestellte Frage. Und oft blieb nur die Antwort: Es ist einfach noch nicht vernünftig zu beantworten.  

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An diesem seltsamen Abend in Hannover sah man in der Stadt vor allem Menschen, die auf ihre Telefone starrten: Vor dem Stadion, in der Lichterkette, in der Tui-Arena oder im Hauptbahnhof. In Chatgruppen des WhatsApp-Messengerdienstes sagten sich Familien, Freunde und Kollegen, dass es allen gut gehe – manch einer brauchte gar nicht mehr den Weg zum Stadion zu nehmen, die vorherige Nachricht auf dem Handy machte den Weg unnötig.
Die neuen Kommunikationswege waren an diesem Abend also beides: Sehr nützlich und zugleich nervig bis gefährlich. Wenn Informationen zu früh oder falsch verbreitet wurden, beispielsweise. Gegen eine möglöiche Panik haben die schnell verbreiteten Informationen aber gewiss vorgebeugt.

Ohnehin gibt es hier kaum ein zurück zu alten Zeiten. Die Polizei Hannover nutzt seit Längerem vor allem Facebook selbst für die schnelle Informationsverbreitung bei Großveranstaltungen. Für bestimmte Ereignisse gibt es den „Aktuell“-Account: Verkehrsinformationen, Veranstaltungshinweise – oder wie gestern die Absage eines ganzen Länderspiels.
Der Beitrag der Polizei bei Facebook war am Dienstagabend eine der ersten offiziellen Quellen für die Spielabsage. Die Üstra meldete über Twitter, welche Stadtbahnstationen kurzzeitig nicht angefahren werden.

Dass die Hannoveraner es auch begrüßen, wenn Fragen erst geklärt werden, zeigt ein Blick auf HAZ.de: Hier war nach der Terrorwarnung neben dem Live-Ticker zu den Ereignissen der Text „Was wir bisher wissen – und was nicht“ einer der meistgelesenen Artikel.

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