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Aus der Stadt Viel Lob für die Einkaufsstadt Hannover
Hannover Aus der Stadt Viel Lob für die Einkaufsstadt Hannover
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20:42 29.11.2012
Von Mathias Klein
Ein attraktiver Standort: Hannover ist bei begehrt bei nationalen und internationalen Einzelhandelsunternehmen. Quelle: Surrey
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Hannover

Sowohl bei der Attraktivität als auch bei den Mietpreisen lande die Landeshauptstadt auf einem Platz direkt hinter den Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln, sagte der Chef der Niederlassung von Jones Lang Lasalle in Hannover, Boris Wachter. Hannover werde zwar oft unterschätzt, zähle aber zu den attraktivsten Standorten, meinte er. Ein wichtiger Grund für das gute Abschneiden als Einkaufsstadt sei der große Einzugsbereich, der bis nach Nordrhein-Westfalen reicht. „Drumherum ist einfach sonst nicht viel“, sagte Wachter.

Hinzu komme die Attraktivitätssteigerung in den vergangenen Jahren zum einen durch das ECE sowie unter anderem durch das Bekleidungsunternehmen Primark. Das alles wirke sich auf die Ladenmieten aus. Auch hier liegt Hannover in der Statistik ganz oben: „Die Landeshauptstadt zählt bei den Mieten zu den zehn teuersten Standorten in Deutschland“, berichtete Kathrin Grätz, die bei Jones Lang Lasalle in Hannover für die Vermietung der Einzelhandelsflächen zuständig ist. Die drei Spitzenlagen in Hannover sind Georgstraße, Große Packhofstraße und Bahnhofstraße, dort liegt die Spitzenmiete bei 185 Euro pro Quadratmeter im Monat. Damit liegt Hannover bei den Spitzenmieten im deutschlandweiten Vergleich auf dem achten Platz.

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Wie begehrt Hannover bei nationalen und internationalen Einzelhandelsunternehmen sei, lasse sich auch an der Zahl der neu vermieteten Flächen ablesen: In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden in Hannovers Spitzenlagen knapp 9000 Quadratmeter neu vermietet. „Bis zum Jahresende kommen wir bestimmt noch auf 10.000 Quadratmeter“, sagte Grätz. Zum Vergleich: In Hamburg, mit 1,8 Millionen Einwohnern deutlich mehr als dreimal so groß wie Hannover, wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres lediglich 5000 Quadratmeter mehr vermietet. „Das zeigt, wie sehr der Standort Hannover gefragt ist“, meinte Grätz.

Gute Zahlen vermeldet das Immobilienunternehmen auch von der jährlichen Untersuchung der wichtigsten Einkaufsstraßen. In Hannover wurden die Passanten am 29. April zwischen 13 und  14 Uhr gezählt, an einem denkbar ungünstigen Tag, wie Grätz feststellte. Denn es regnete, was viele Menschen von einem Einkaufsbummel in der Innenstadt abhalte. Außerdem meinte Grätz selbstkritisch, dass die Uhrzeit auch nicht glücklich gewählt worden sei, weil viele Menschen zu dieser Zeit Mittag äßen. Trotzdem wurden auf der Bahnhofsstraße 8815 Passanten gezählt, in der Georgstraße 7810, in der Karmarschstraße 6210, in der Großen Packhofstraße 5815 und in der Lister Meile 2395 Passanten.

Positiv wirke sich für Hannovers Innenstadt auch die große Präsenz traditioneller inhabergeführter Geschäfte aus, vor allem in der Karmarschstraße. „Die Kunden schätzen das Lokalkolorit“, sagte Grätz.

Die Immobilienexpertin teilte am Donnerstag mit, dass das Computerunternehmen Apple die Eröffnung seines in der Bahnhofstraße geplanten Shops aufgeschoben habe. Erst im Januar beginne der aufwendige Umbau der früheren Filiale von Olymp & Hades, die Eröffnung ist dann für den Spätsommer geplant.

Ein wenig Sorgen bereitet der Immobilienfirma das frühere Erdmann-Haus in der Großen Packhofstraße. Dort ist jetzt die Geschenkartikelkette Depot sozusagen als Zwischenlösung untergebracht. „Wir gehen davon aus, dass das Haus einen tollen Mieter bekommt, aber das braucht seine Zeit.“ Problematisch sei die Größe des Gebäudes mit insgesamt 2400 Quadratmetern im Verhältnis zur geringen Schaufensterfläche. Dennoch sei es das letzte leerstehende Objekt in der Innenstadt in dieser Größe, und schon allein das mache es interessant, meinte der Hannover-Chef des Immobiliendienstleisters Wachter.

Die Geschäftsleute können mit der Attraktivität der Innenstadt gut umgehen, sagte der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler. Er rechnet für Sonnabend mit einem großen Andrang von Kunden. „Wenn alles mitspielt, werden es wohl rund 250.000 Besucher“, sagte er. Damit meint er vor allem passables Wetter. „Einige Geschäfte haben eine Urlaubssperre verhängt, mancherorts wurden zusätzliche Kassen aufgestellt“, berichtete Prenzler.

Wichtig sei das Weihnachtsgeschäft unter anderem für Spielwarengeschäfte und den Elektrohandel, sagte er. Bis zum Weihnachtsfest werde nach seiner Einschätzung der Umsatz in den hannoverschen Läden kontinuierlich ansteigen. „Der stärkste Tag für die Händler wird voraussichtlich der Sonnabend vor dem vierten Advent werden“, meinte er.

Zu wenig Dynamik?

Hannover ist eine Stadt mit vergleichsweise wenig Dynamik. Das behauptet eine Untersuchung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und des Magazins „Wirtschaftswoche“. Im Vergleich der 50 größten Städte landet Hannover im Mittelfeld auf Platz 28. Als dynamischste Stadt ermittelten die Experten der Initiative Soziale Marktwirtschafts Magdeburg, gefolgt von Oldenburg und Kassel.

Negativ für Hannover wirkt sich unter anderem die sogenannte Arbeitsplatzversorgung aus. Untersucht wurde hier die Entwicklung der Zahl der Erwerbsfähigen zwischen 2006 und 2011, Hannover landet auf dem letzten Platz. Allerdings haben die Experten nicht immer auf aktuelle Zahlen zurückgegriffen. Ein Beispiel ist die Einwohnerentwicklung, die derzeit steil nach oben geht. Die gestern vorgelegte Rangliste sieht Hannover dort jedoch nur im Mittelfeld, mit einer nur minimal steigenden Bevölkerungszahl. Positiv wirkt sich für Hannover unter anderem eine stärkere Zunahme bei der Einkommenssteuerentwicklung, ein Rückgang der Straftaten in den vergangenen Jahren sowie ein Anstieg der Aufklärungsquote aus.

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