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Aus der Stadt Viele Flüchtlinge finden keinen Job
Hannover Aus der Stadt Viele Flüchtlinge finden keinen Job
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16:53 27.12.2016
Von Jutta Rinas
Selten passt alles so gut zusammen: Karamoko Lassine von der Elfenbeinküste hat einen Platz in einer Qualifizierungsmaßnahme.  Quelle: Behrens (Archiv)
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Hannover

Auch in Hannover und im Umland haben 2016 nur wenige Flüchtlinge einen Job gefunden. 3800 haben sich nach Angaben des Jobcenters der Region seit Anfang 2016 in einer extra dafür geschaffenen Anlaufstelle im Kabelkamp gemeldet. Nur 97 habe man bis Ende November in einen Job vermitteln können, sagte Dietmar Langer, Mitglied der Geschäftsführung im Jobcenter der Region, gestern.

Vor allem fehlende Sprachkenntnisse seien der Grund dafür. Das Hauptproblem: Es gebe immer noch zu wenig Integrations- und Alphabetisierungskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Gut 800 Integrationskurse und 300 Alphabetisierungskurse fehlten derzeit, um die Flüchtlinge, die oft frustrierend lange warten müssten, weiter qualifizieren zu können. 2600 Plätze für Flüchtlinge in Maßnahmen zur Qualifizierung schuf das Jobcenter 2016 insgesamt. Fast 50 Prozent hätten an einer Maßnahme für diejenigen teilgenommen, die kein Deutsch sprechen: „Allein das zeigt, wie oft man an der Sprache ansetzen muss“, sagte Langer.

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Wie schwer es bislang ist, Flüchtlinge in Jobs zu vermitteln, zeigt auch die Bilanz der Arbeitsagentur Hannover. Dort kümmert man sich um Flüchtlinge, die eine gute Bleiberechtsperspektive haben. Gerade einmal 164 Flüchtlinge konnte man dort 2016 in Arbeit bringen, 31 wurden in eine Ausbildung vermittelt. Die Zahl der Sprachkurse, Orientierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen war mit 1418 Kursen um ein Vielfaches größer. Auch das vom Bund aufgelegte Sonderprogramm für Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge läuft in Hannover bislang eher schleppend an.

Nach Angaben der Stadt soll es in Hannover 86 dieser Plätze geben. Derzeit laufe die Teilnehmerauswahl, allerdings seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen für diese Jobs sehr eng gefasst und erschwerten den Auswahlprozess. Zurückgehende Flüchtlingszahlen ließen eine Ausschöpfung des vom Bund bereitgestellten Geldes zumindest schwierig erscheinen.

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