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Aus der Stadt Vierstöckiges Haus in Limmer gesprengt
Hannover Aus der Stadt Vierstöckiges Haus in Limmer gesprengt
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23:14 08.03.2009
Von Vivien-Marie Drews
Auf den Knall folgte der Staub. Quelle: Frank Wilde

Von Vivien-Marie Drews
Über 400 Sprengsätze hatte Sprengmeister Karl-Heinz Bühring zuvor in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude platziert. Dreimal ertönte das Warnsignal, dann griff Bühring zur Kurbel an der Zündmaschine.

In den kommenden Jahren soll auf dem Gelände ein neues Wohngebiet, die sogenannte Wasserstadt, entstehen. Investor ist die Wasserstadt Limmer GmbH, deren Alleingesellschafter ist der hannoversche Bauunternehmer Günther Papenburg. „Eine Sprengung hat uns in diesem Fall die Abrissarbeiten sehr erleichtert“, sagte Papenburg, der sich am Sonnabend selbst unter die vielen Schaulustigen gemischt hatte. Mit einem Sicherheitsabstand von gut 200 Metern konnten sie das Spektakel beobachten.

Auch ehrenamtliche Mitglieder der Hundestaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe Hannover waren auf das brachliegende Gelände gekommen. Vor der Sprengung durchsuchten sie das Gebäude nach Personen. „Wir müssen sicherstellen, dass sich zum Beispiel keine Obdachlosen mehr in dem Gebäude befinden“, erklärte Lutz Fricke, Leiter der Hundestaffel. Für die Trümmerhunde Welf und Toby ging die Arbeit erst los, als sich die Staubwolke über Limmer gelichtet hatte. Die Hundeführer nutzten die Gelegenheit und trainierten die Spürnasen der Tiere unter realen Bedingungen. Zwei Helfer mimten die Verschütteten. Mit großer Vorsicht krochen sie in die Nischen zwischen den zerbröckelten Betonblöcken. „Anders geht es nicht. Die Hunde sind darauf trainiert, lebende Personen aufzuspüren und nichts anderes“, sagte Fricke. Für Toby und seine Führerin Carmen Pulitz verlief die Probe einwandfrei.

Nach wenigen Minuten hatte der Australian Shepherd die vermisste Person gefunden. „Die Schwierigkeit ist, den Hund von der Ferne aus zu lenken“, sagte Fricke. Für den Hundeführer sei es im Ernstfall zu gefährlich, die Reste des zerstörten Gebäudes zu betreten. Die hannoversche Hundestaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe ist bundesweit bekannt.

Toby und Welf haben bereits Rettungskräfte in Osnabrück, Höxter und sogar im Kongo unterstützt. Im Juni 2008 suchten sie dort inmitten des Dschungels nach einer verschwundenen Affenforscherin der Max-Planck-Gesellschaft. Letztlich kam eine Gruppe Priester den Hunden zuvor. Sie waren durch Zufall auf die vermisste Studentin gestoßen.

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