Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wenn der Lehrer zum Dirigenten wird
Hannover Aus der Stadt Wenn der Lehrer zum Dirigenten wird
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:59 02.06.2015
Von Ronald Meyer-Arlt
Lehrer David Borges (als Dirigent) und Violinistin Anite Stroh musizieren gemeinsam mit Schülern der Herschelschule, die dabei Trinkflaschen, Stifte und Schultische als Instrumente nutzen. Quelle: Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

Schule hat keinen schönen Klang. Oft auch für die Lehrer nicht. Stuhlgeschiebe, Fußgetrappel, Stiftegerappel – das müssen sie Tag für Tag ertragen. Wenn aber eine Komponistin die Schulgeräusche als Material nimmt, kann Musik daraus werden. Und der Lehrer wird zum Dirigenten.

Solch ein Stück, bei dem eine Schulklasse zum Klangkörper wird, hat jetzt die Komponistin Susanne Hardt geschrieben. Es trägt den Titel „Gäste“ und wird neben zwei Stücken anderer Komponisten vom 15. bis 19. Juni sowie vom 6. bis 10. Juli in mehreren Schulkassen in Niedersachsen zu hören sein. Die Schulklassenmusik, bei der auch immer eine junge Geigerin der Musikhochschule Hannover mitspielt, ist Teil des Begleitprogramms des internationalen Violinwettbewerbs.

Anzeige

Der soll (vom 24. September bis zum 10. Oktober), nicht allein in Hannover stattfinden, sondern in ganz Niedersachsen – und auch nicht nur Klassikfreunde erreichen, sondern jedermann. Deshalb konnten sich Schulen bei der Stiftung Niedersachsen, die den Wettbewerb organisiert, anmelden und ein Gastspiel im Klassenraum erhalten.

Bereits alle Klassenzimmertermine vergeben

Für das Musikvermittlungsprogramm „Zu Gast im Klassenzimmer“ hat die Stiftung Niedersachsen auch einen Komponistenworkshop ausgeschrieben. Ausgewählt wurden Kompositionen von Johannes X. Schachtner, Johannes Söllner und von Susanne Hardt, die die Alltagsgeräusche aus dem Klassenzimmer in ihr Werk eingebaut hat. Das Werk von Susanne Hardt beschreibt eine Art Zwiegespräch zwischen den Schülern und der Geigerin.

Die Schüler der Klasse 9 M der Herschelschule aus Hannover hatten das Werk mit ihrem Lehrer David Borges schon mal einstudiert. Am Montag gab es ein paar Kostproben daraus im Joseph-Joachim-Saal der Stiftung Niedersachsen. Den nicht ganz einfachen Geigenpart hatte Anite Stroh übernommen. Zuvor bereits hatte die Klasse gemeinsam mit der Violinisten das Stück aufgenommen – so können die Schulklassen, die es selbst aufführen wollen, schon mal hören, wie so eine Klassenzimmermusik klingen kann. Bei den Gastspielen in den Schulen soll nicht allein musiziert, sondern auch über die Violine und den Wettbewerb gesprochen werden.

Und weil jeder Einladung eine Gegeneinladung folgen sollte, ist nach jedem Besuch im Klassenzimmer immer der Besuch der Klasse beim Violinwettbewerb geplant. Für dieses Jahr sind alle Klassenzimmertermine vergeben, Schulkassen, die bei der nächsten Ausgabe des Wettbewerbs 2018 mitmachen wollen, können sich bei der Stiftung Niedersachen (jjv-hannover.de) anmelden.

Geigenflashmob zum Auftakt

Nicht nur an Schulkassen, sondern an jedermann richtet sich eine weitere Werbeveranstaltung des Violinwettbewerbs. Am Sonntag, 21. Juni, soll um 15 Uhr auf dem Opernplatz Hannovers größtes Geigenorchester auftreten. Beim großen Geigenflashmob, der gleichzeitig Auftakt der Fête de la Musique ist, soll die Romanze op.2 Nr. 1 von Joseph Joachim gespielt werden, die auch ein Pflichtstück des internationalen Violinwettbewerbs ist. Zum Flashmob gibt es sie in einer vereinfachten Fassung.

Beim Flashmob darf jeder mitmachen. Anmeldung: info@musikland-niedersachen.de

Mathias Klein 02.06.2015
Jörn Kießler 02.06.2015
02.06.2015