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Aus der Stadt Vogelgrippe verängstigt Geflügelzüchter
Hannover Aus der Stadt Vogelgrippe verängstigt Geflügelzüchter
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13:03 25.11.2014
Von Kristian Teetz
Foto: Erstmals in Europa ist das gefürchtete Vogelgrippe-Virus H5N8 bei einem Wildvogel nachgewiesen worden.
Erstmals in Europa ist das gefürchtete Vogelgrippe-Virus H5N8 bei einem Wildvogel nachgewiesen worden. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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„Wir sind hoch besorgt“, sagte gestern der Vorsitzende des Verbands Niedersächsische Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke. „Weil wir auf der Strecke des Wildvogelflugs liegen, besteht im Land ein hohes Risiko.“ Am Sonnabend war bekannt geworden, dass der Erreger bei einer Krickente auf Rügen entdeckt worden ist.

Damit nimmt nach Ansicht von Experten die Wahrscheinlichkeit zu, dass die Vogelgrippefälle der vergangenen Wochen in europäischen Nutztierställen auf Wildvögel zurückgehen. „Es ist ein weiterer Hinweis, dass Wildvögel daran beteiligt sein könnten“, sagte Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Für Mecklenburg-Vorpommern ordnete der dortige Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Sonnabend die sofortige Unterbringung aller rund 13 Millionen Hühner, Puten und Enten sowie von anderem Nutzgeflügel in Ställen oder überdachten Volieren an.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) rief alle Bundesländer zur Vorsorge auf. So solle etwa Hausgeflügel in Ställen untergebracht werden, erklärte er. Für heute berief Schmidt eine Sitzung des erweiterten nationalen Krisenteams ein.

Verbandschef Ripke forderte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium und die Landkreise auf, ihre Risikobewertung „täglich, am besten sogar stündlich“ zu überprüfen. Wenn sich diese ändere, müssten alle in der Lage sein, unverzüglich zu handeln. Die beiden Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim hatten bereits am Freitag verfügt, dass die gesamten Geflügelbestände in Ställen oder einem überdachten Areal unterzubringen sind. Beide Kreise grenzen an die Niederlande an, wo der Erreger mittlerweile in einem dritten Geflügelbetrieb nachgewiesen wurde. 

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium sah gestern keinen Anlass, aufgrund der neuen Situation zu handeln. „Wir beobachten die Lage genau und sind in Kontakt mit den anderen Bundesländern“, sagte ein Sprecher. Niedersachsen ist mit rund 100 Millionen Geflügel der wichtigste Geflügelproduzent in Deutschland. Der agrarpolitische Sprecher der Landtags-FDP, Hermann Grupe, forderte hingegen erneut eine sofortige Stallpflicht für das gesamte Land. Die Sicherheit von Mensch und Tier stehe im Vordergrund.

Andreas Schinkel 26.11.2014
Veronika Thomas 23.11.2014
Bernd Haase 23.11.2014