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Aus der Stadt „Stehen Sie gerade!“
Hannover Aus der Stadt „Stehen Sie gerade!“
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21:45 09.01.2015
Von Saskia Döhner
„So eine Kette wiegt schwer“: Erich Barke übergibt die Amtskette an seinen Nachfolger Volker Epping. Quelle: Surrey
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Hannover

Ausgerechnet ein Jurist führt jetzt die eher technisch-naturwissenschaftlich dominierte Leibniz-Universität Hannover. „Jurist bin ich zwar von der Profession“, sagte der Völkerrechtler Prof. Volker Epping am Freitagabend bei seiner Amtseinführung im Audimax der Hochschule. Als Präsident der Uni stehe er aber über den Fächern, vertrete alle neun Fakultäten und die Leibniz-Forschungsschule. Bei der Übergabe der goldenen Amtskette – „mit monarchischem, nicht republikanischem Emblem“, wie Oberbürgermeister Stefan Schostok bemerkte – zeigte Eppings Vorgänger Prof. Erich Barke noch einmal seine Amtsautorität, ironisch versteht sich. „Stehen Sie gerade“, ermahnte er den neuen Präsidenten. Aber so eine Kette wiege eben schwer.

Beim Neujahrsempfang benannte Volker Epping seine Hauptzeile: Schärfung des Forschungs- und Lehrprofils, Entwicklung neuer Forschungsschwerpunkte, Steigerung der Wertschätzung der Uni in der Stadt und darüber hinaus, Internationalisierung.

Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne) würdigte den Einsatz Barkes in den vergangenen neun Jahren. „Sie können mit Fug und Recht auf Ihre Leistung stolz sein.“ Dieser konnte sich in bewährtem feinsinnigen Humor eine Spitze nicht verkneifen. Er habe sich immer gefragt, warum die Politik in die Hochschulen hineinregiere, dann sei ihm klar geworden, dass das Land nach Vollkommenheit strebe. Und zwar im Sinne von Antoine de Saint-Exupéry: Vollkommenheit ist nicht, wenn man noch etwas hinzufügen kann, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.“ Dies ließ die Ministerin nicht auf sich sitzen. Ohne die Zielvereinbarungen, die das Land mit den Hochschulen geschlossen habe, hätten die Unis gar nichts mehr, was man ihnen wegnehmen könnte. Eines der größten Projekte in Eppings Amtszeit, die bis Ende 2020 reicht, dürfte die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen, etwa der TU Braunschweig, sein, nachdem die Niedersächsische Technische Hochschule (NTH) ihre selbst gesteckten Ziele nicht erreicht habe und auf Eis gelegt worden sei.

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Auch Epping überreichte Barke etwas – eine Urkunde, wonach dieser jetzt Ehrenbürger der Uni ist. Dafür gab es im Audimax Ovationen im Stehen der rund 700 Zuhörer. Hinterher – beim Neujahrsempfang – benannte Epping seine Hauptzeile: Schärfung des Forschungs- und Lehrprofils, Entwicklung neuer Forschungsschwerpunkte, Steigerung der Wertschätzung der Uni in der Stadt und darüber hinaus, Internationalisierung. Nur eine in sich einige Uni habe Zukunft. Der neue Maschinenbau-Campus in Garbsen sei keine überteuerte Elbphilharmonie wie in Hamburg oder ein Libeskind-Bau wie in Lüneburg, sondern ein reiner moderner Zweckbau ohne Schnickschnack.

So präsentierte sich auch der neue Präsident bei seinem ersten öffentlichen Auftritt: geradlinig, kritisch und fordernd – entweder gegenüber dem Land, ernsthaft, aber fröhlich und gut gelaunt. Die neue Kette wiegt wohl doch nicht so schwer.

Ehrung: Der mit 5000 Euro dotierte Preis für exzellente Forschung ging an den Architekten Prof. Christian Werthmann.

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