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Aus der Stadt Vom stolzen Dorf zum Stadtteil Hannovers
Hannover Aus der Stadt Vom stolzen Dorf zum Stadtteil Hannovers
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00:17 05.05.2015
Eine undatierte Aufnahme zeigt den Stadtteil Linden. Man kann „Die drei warmen Brüder“ sehen, den Gasometer, die Marktkirche und das Anzeigerhochhaus.
Eine undatierte Aufnahme zeigt den Stadtteil Linden. Man kann „Die drei warmen Brüder“ sehen, den Gasometer, die Marktkirche und das Anzeigerhochhaus. Quelle: Wilhelm Hauschild (Archiv)
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Hannover

Da wird es in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Widelo von Minden erwähnt.

Drei große Familien prägten die Frühgeschichte Lindens, die heute noch präsent sind. Ab 1130 waren die Grafen von Roden Gerichtsherrn und ab dem 13.  Jahrhundert die Grafen von Alten größte Grundherren. 1688 erwarb Oberhofmarschall Franz Ernst von Platen das Gut der Familie von Alten.

Linden wird 900 Jahre und feiert das. Ein Streifzug durch den Stadtteil.

Schon 1652 ließ der hannoversche Welfe Herzog Georg Wilhelm im Dorf Linden einen „Lust- und Küchengarten“ zur Versorgung seines Hofes mit Obst und Gemüse anlegen – der barocke Pavillon wurde vom Bereich des heutigen Küchengartens auf den Lindener Bergfriedhof versetzt.

Nach der Annexion des Königreiches Hannover durch Preußen im Jahr 1866 war Linden das größte Dorf Preußens. Am Küchengarten siedelten sich Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche kleinere Firmen an, etwa die Lindener Samtspinnerei, die Lindener Aktien-Brauerei, zwei Gummifabriken und die Deutsche Asphalt sowie eine Korsettfabrik und eine Bettfedernfabrik, auf deren Gelände sich heute das Kulturzentrum Faust befindet.

Seit 900 Jahren besteht Linden. Zunächst als eigenständige Arbeiterstadt, mittlerweile als Studenten- und Szeneviertel. Ein Blick durch die Jahrhunderte.

Auch wenn Linden stets als Arbeiterstadtteil gilt: Im 19. Jahrhundert bauten begüterte Familien aus Hannover ihre Vorstadtvillen in Linden und begründeten damit die neuerliche Blüte der damals selbstständigen Stadt. Das Gewerbe expandierte, vor allem durch die Unternehmungen von Georg Egestorff. Er gründete die Egestorffsche Zündhütchenfabrik, aus der später die Hannoversche Maschinenbau AG wurde – die Hanomag, deren Areal sich gerade wieder als modernes Wohn- und Gewerbeareal neu erfindet. Lokomotiven wurden dort gebaut, später auch Autos wie das „Komissbrot“ und natürlich Rüstungsgüter für die Kriege.

Einen Streifzug durch das Linden von heute lesen Sie hier.

1920 wurde Linden nach Hannover eingemeindet – übrigens nicht als feindliche Übernahme, sondern als Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen auch von Lindener Seite. Heute gilt der dreigeteilte Stadtteil (Linden-Nord, -Mitte und -Süd) als quirligstes Wohngebiet der Stadt: Nirgendwo sonst wird so viel gefeiert, kaum irgendwo sonst aber auch sind die Kreativszene, das bürgerschaftliche Engagement so ausgeprägt wie in Linden.

lok

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