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Aus der Stadt Von „Wind of Change“ zu den Söhnen Sarstedts
Hannover Aus der Stadt Von „Wind of Change“ zu den Söhnen Sarstedts
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00:15 09.12.2014
Immateriell, irgendwie: OB Stefan Schostok an der Gitarre, umringt von Unterstützern der City-of-Music-Bewerbung. Quelle: Montage
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Endlich! Hannover ist City of Music! Jahrzehntelang hat die Stadt auf diesen Titel gewartet, gedarbt, sich mit entweder halbgaren oder zweifelhaften Titeln wie Expo-Stadt, Messestadt, Nana-Stadt, WM-Austragungsort, Kiosk-Dorado, Chaos-Tage-Zentrum, Eilenriede mit was drumrum und Stadtwodasihmezentrumist herumgeschlagen. Jahrzehntelang hätte man auch Stadt des lauwarmen Essens, Stadt des billigen Biers, Stadt der überlasteten Einfallstraßen und Stadtwodas- ihmezentrumnichtmehrist werden können. Aber das wollte man entweder nicht oder hat sich nicht beworben.

Nun aber hat die Unesco ein Einsehen gehabt. Die Unesco, das ist die Organisation, die Kultur unter Schutz stellt und kürzlich mal wieder einer ugandischen Reinigungszeremonie den schönen Titel „Immaterielles Kulturerbe“ zuerkannt hat. Immateriell heißt: man kann sich nicht wirklich was dafür kaufen. Man kann zwar nach Uganda reisen und Reinigungszeremonien besichtigen, aber das Besichtigen ist schwieriger als beispielsweise beim Knochenhaueramtshaus in Hildesheim. Man muss in Uganda irgendwo klingeln, und vielleicht kommt man auch ungelegen, oder die Menschen möchten gar nicht, dass man ihnen beim Reinigen zusieht.

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Diese Unesco hat nun also auch Hannover bedacht. City of Music! Finanziell auch ziemlich immateriell, aber man darf das im Briefkopf tragen und kommt auf die Homepage der Unesco. Gemeinsam mit Mannheim, der zweiten nun ernannten City of Music. Der Titel deutet an, dass die Unesco einen internationalen Anspruch hat, vielleicht haben die Unesco-Mitarbeiter neben den Söhnen Mannheims auch die Söhne Sarstedts gehört und pfeifen „Wind of Change“ auf öffentlichen Toiletten.

Fest steht, dass die Hannoveraner jetzt sehr glückliche Menschen sind. Sie würden alle auf den Straßen tanzen, wenn es nicht so kalt wäre. Oberbürgermeister Stefan Schostok hat bei der Verkündungszeremonie fürs Foto eine Gitarre so in die Hand genommen, wie Oberbürgermeister Gitarren fürs Foto in die Hand nehmen. Immateriell, irgendwie.

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