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Aus der Stadt Vor 60 Jahren gründete Sporleder seine Absperrfirma B.A.S.
Hannover Aus der Stadt Vor 60 Jahren gründete Sporleder seine Absperrfirma B.A.S.
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22:42 13.02.2011
Von Tobias Morchner
Eine Erfindung nach der nächsten: Unternehmer Werner Sporleder hat mit seinen ständig sprudelnden Ideen 60 Jahre lang die Absperrtechnik für Baustellen revolutioniert – und nicht nur die. Quelle: Martin Steiner
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Werner Sporleder denkt nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Vor genau 60 Jahren hat der heute 85-Jährige die Firma B.A.S. Baustellen-Absperrservice gegründet. Seitdem sorgen er und seine Mitarbeiter von Hemmingen aus dafür, dass Baustellen auf Bundesstraßen und Autobahnen im gesamten Bundesgebiet ordnungsgemäß abgesichert werden – allem Ärger mit den Behörden zum Trotz.

Gerade kämpft der Firmenchef dafür, dass er die von ihm entwickelten, von innen beleuchteten Verkehrszeichen aufstellen darf, weil die nach Ansicht des Tüftlers viel besser zu sehen sind als die herkömmlichen Schilder aus Blech. Bislang konnte Sporleder mit seinem Ansinnen bei den offiziellen Stellen nicht durchdringen. „Das war früher viel einfacher“ , ärgert sich der Firmenchef: „Da durfte ich alles erst mal auf den Markt bringen – und wenn es was getaugt hat, wurde ein neues Gesetz dazu erlassen.“ So ging es dem Unternehmer 1951 mit seiner ersten Erfindung, die er in einem acht Quadratmeter großen Keller in Kleefeld entwickelt hat. Damals baute er aus einer Lampe und Teilen eines elektrischen Weidezauns ein Blinklicht, das Baustellen im Dunkeln für die Autofahrer kenntlich machen sollte. Das war zu dieser Zeit nämlich unüblich.

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Auf die Idee zu der Erfindung war Werner Sporleder gekommen, weil er mit seinem alten Opel, den er sich vom Schrottplatz besorgt und notdürftig unter anderem mit einem gebrauchten Kuchenblech geflickt hatte, bei einer Nachtfahrt um ein Haar in eine plötzlich vor ihm auftauchende Baugrube gerast wäre. Also schraubte er die sogenannte „Flackerlaterne“ zusammen, stellte sie bei der damals zuständigen bizonalen Verwaltung in Offenbach vor und durfte mit der Serienproduktion beginnen.

In den vergangenen 60 Jahren hat Sporleder zahlreiche weitere Einfälle gehabt und diese umgesetzt. Zu dem, was er entwickelt hat, zählen mobile Ampelanlagen, Absperrgitter und allerhand Absperrbaken sowie das heute in jedem Baumarkt erhältliche rot-weiße Flatterband. Als im Jahr 1978 heftige Waldbrände in der Region Hannover wüteten, ließ der Baustellenspezialist von seinen Mitarbeitern nach Schweizer Vorbild aus Plastikplanen und Metallgestellen Wasserbomben produzieren. „Die haben wir dann an Hubschrauber von der Bundeswehr gehängt und konnten so die kleinen Brandnester aus der Höhe viel besser bekämpfen als vom Boden aus“, erinnert sich der Unternehmer.

Inzwischen ist B.A.S. deutschlandweit an 20 Standorten mit rund 400 Mitarbeitern vertreten und an allen großen Veranstaltungen des Landes beteiligt. So organisierte die Hemminger Firma sowohl sämtliche Absperrungen während des Papst-Besuchs zum Weltjugendtag 2005 in Köln als auch die Sperrung der 60 Kilometer langen Autobahn 40 im vergangenen Sommer, als die Feierlichkeiten der Kulturhauptstadt Essen anstanden. Wenn am heutigen Tag in der Hemminger Zentrale, der „Ideenfabrik“, wie Sporleder den Firmensitz nennt, der 60. Geburtstag der innovativen Firma gefeiert wird, beginnt für den Unternehmer gleichzeitig ein neues Projekt. Der 85-Jährige nennt es scherzhaft seinen „Countdown 15“ und will damit andeuten, dass er gerne einen 100. Geburtstag erreichen würde. Vielleicht hält er ja dann den Zeitpunkt für gekommen, sich zurückzulehnen und auf die Erfolge zurückzublicken. „Aber bis dahin ist ja noch jede Menge zu tun“, sagt der Baustellenspezialist.

Sonja Fröhlich 13.02.2011
Sonja Fröhlich 13.02.2011