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Aus der Stadt Vorschlag zu Südstadt-Bahn stößt auf Skepsis
Hannover Aus der Stadt Vorschlag zu Südstadt-Bahn stößt auf Skepsis
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20:31 21.04.2010
Der Konzept beinhaltet eine oberirdische Strecke auf eigenem Gleiskörper für die Stadtbahnlinie 10 zum Raschplatz samt Option auf Verlängerung über Berliner Allee und Sallstraße zum Bismarckbahnhof.
Der Konzept beinhaltet eine oberirdische Strecke auf eigenem Gleiskörper für die Stadtbahnlinie 10 zum Raschplatz samt Option auf Verlängerung über Berliner Allee und Sallstraße zum Bismarckbahnhof. Quelle: Frank Wilde
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Träume von einer Stadtbahn in der Südstadt dürften Schäume bleiben. Sowohl Vertreter der rot-grünen Ratsmehrheit als auch Stadtbaurat Uwe Bodemann äußerten sich skeptisch bis ablehnend zu einem Vorschlag, den der Verkehrsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz, gemacht hat. Der beinhaltet eine oberirdische Strecke auf eigenem Gleiskörper für die Stadtbahnlinie 10 zum Raschplatz samt Option auf Verlängerung über Berliner Allee und Sallstraße zum Bismarckbahnhof. „In die Sallstraße passt keine Bahn, es ist viel zu eng“, sagt Thomas Hermann, baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion.

Franz hatte die Südstadtvariante für die Stadtbahn unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen ins Spiel gebracht. Die für den Nahverkehr zuständige Region erwartet merkbare Fahrgastzuwächse. Zuvor war das Thema von Hannovers CDU wiederbelebt worden, die die „laute und stinkende Sallstraße“ vom Autoverkehr befreien und so Platz für die Bahn schaffen will. Ratsherr Dietrich Küßner begrüßte deshalb auch die Vorschläge des Dezernenten.

Damit war er so ziemlich der Einzige. Wilfried Engelke (FDP) hält eine Bahn durch die Sallstraße für schwer vorstellbar. Im Citybereich der Strecke soll nach den Vorstellungen der FDP für die Bahn ohnehin ein Tunnel gebaut werden. Letzteres eint sie mit Sozialdemokrat Thomas Hermann, der auch auf Pläne verwies, die Sallstraße zu einer Art Allee umzugestalten. „Fährt dort eine Bahn, ist das nicht zu machen“, sagt er. Die SPD will allerdings erst in den nächsten vier Wochen Beschlüsse zum Thema fassen. Michael Dette (Grüne) findet es wichtig, dass die Linie 10 oberirdisch zum Raschplatz fährt – „und zwar als Niederflurbahn“, wie er sagt. Auch er sieht die Südstadtvariante sehr skeptisch.

Stadtbaurat Bodemann nannte den Vorschlag des Regionsdezernenten „vorschnell und einseitig“. Würde man die Sallstraße für den Autoverkehr sperren, gebe es als Ausweichrouten lediglich die Hildesheimer Straße und das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer am Maschsee – „also eine ohnehin stark belastete Straße und eine, die manche auch gerne autofrei haben wollen“, sagt er. Was die Linie 10 angeht, bleibe die Verwaltung bei ihrer Haltung. „Wir würden nur einer Tunnelvariante oder einer oberirdischen Trasse auf Straßenniveau zustimmen“, betont Bodemann. Einvernehmen mit der Stadt hatte Franz aber als Bedingung genannt, die Stadtbahnpläne umzusetzen.

Geht es nach Anliegern der Sallstraße, bleibt die Bahn weg. Das jedenfalls ist der überwiegende Tenor von Zuschriften und Kommentaren, die die HAZ erreichten. Peter Remm, Vorsitzender des Wirtschaftsforums Südstadt, bezeichnet das Vorhaben als „nicht sinnvoll“.

Bernd Haase

21.04.2010
Andreas Schinkel 21.04.2010