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Aus der Stadt Security muss Krankenhaus-Notaufnahme schützen
Hannover Aus der Stadt Security muss Krankenhaus-Notaufnahme schützen
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11:06 14.03.2018
Im Nordstadtkrankenhaus passt ein Wachmann auf. Quelle: Villegas
Hannover

 Ärzte und Pflegepersonal in den Notaufnahmen hannoverscher Kliniken werden immer häufiger von Patienten und deren Begleitern bedroht und sogar körperlich attackiert. Daher werden immer öfter Wachleute in den Notaufnahmen eingesetzt, so wie jetzt auch im Nordstadtkrankenhaus. Es sei notwendig gewesen, diese Maßnahmen zu ergreifen, um den Mitarbeitern „eine sichere Arbeitsatmosphäre zu schaffen“, sagt der Sprecher des Regionsklinikums, Steffen Ellerhoff. Seit dem Einsatz der Wachleute sei es Ärzten und Pflegepersonal möglich, sich „mit hoher Konzentration den kranken und verletzten Patienten in der Notaufnahme zu widmen“, betont Ellerhoff.

Der Sprecher berichtet von zahlreichen Situationen, in denen das Personal in der Notaufnahme bedroht worden war. Das Spektrum reiche von verbalen Entgleisungen bis zu tätlichen Angriffen. Dabei seien Mitarbeiter auch verletzt worden, berichtet Ellerhoff. „Auffällig ist, dass übermäßiger Alkoholkonsum der Patienten oder deren Begleiter eine entscheidende Rolle bei der Eskalation hat.“ Das Nordstadtkrankenhaus setzt den Wachdienst seit dem vergangenen Herbst ein. 

Allerdings gibt es auch Kritik am Verhalten und dem Umgangston der Wachleute. Die Tochter einer Neurologiepatientin beklagte sich erst vor wenigen Tagen bei der HAZ über einen Mitarbeiter. Sie hatte nachgefragt, ob sie zu ihrer Mutter könne, die vom Siloah ins Nordstadtkrankenhaus verlegt worden war. Die Antwort des Sicherheitsmitarbeiters sei sehr rüde ausgefallen: „Sie gehen mir auf den Sack“, habe er demnach gesagt. 

Die Strategie sei es, durch „beschwichtigende Präsenz“ zu wirken, sagt dagegen Sprecher Ellerhoff. Es gehe „dabei nicht um Einschüchterung, sondern darum, mit kommunikativem Geschick, Situationen frühzeitig zu deeskalieren“. Die Erfahrungen damit seien im ersten halben Jahr sehr gut. Dafür sprächen auch die positiven Rückmeldungen der Mitarbeiter. 

Auch in den Notaufnahmen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Diakovere-Kliniken Friederikenstift und Henriettenstiftung sorgen Wachleute für Ruhe und Ordnung. Zuvor seien verbale und körperliche Attacken keine Seltenheit gewesen, berichtet auch Diakovere-Sprecherin Dunja Rose. Ärzte und Pflegepersonal seien unter anderem geschubst und bespuckt worden, sogar mit Flaschen sei bereits nach ihnen geworfen worden. Deshalb sind in den Diakovere-Notaufnahmen jetzt Glasflaschen verboten. 

Die wachsende Aggressivität ist offenbar eine Folge des zunehmenden Andrangs auf die Notaufnahmen in den vergangenen Jahren. Immer mehr Hannoveraner kommen in die Notaufnahmen, obwohl sie nur Bagatellerkrankungen haben. Das führt zu längeren Wartezeiten, der Frust darüber entlädt sich in Aggressivität gegenüber den Klinikmitarbeitern. 

Von Mathias Klein

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