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Aus der Stadt Wachpersonal mit Steinen beworfen
Hannover Aus der Stadt Wachpersonal mit Steinen beworfen
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21:21 23.09.2009
Von Tobias Morchner
Unbekannte hatten das Sicherheitspersonal auf dem Boehringer-Areal unter anderem mit diesen vier Steinen beworfen.
Unbekannte hatten das Sicherheitspersonal auf dem Boehringer-Areal unter anderem mit diesen vier Steinen beworfen. Quelle: Rainer Surrey
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Damit richteten sich die Angriffe der Gegner der geplanten Forschungseinrichtung zum ersten Mal gegen Personen. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Gegen 4.45 Uhr hatten die Mitarbeiter der Niedersächsischen Wach- und Schließgesellschaft mehrere Personen rund um das Gelände in Kirchrode bemerkt. Die Unbekannten waren im Bünteweg und in der Straße Am Bahndamm aufgefallen, weil sie mit Taschenlampen leuchteten, um ihren Weg zu finden. Als die Wachleute die Personen überprüfen wollten, flogen die ersten Steine. Die Täter waren schnell den Bahndamm hinaufgerannt, hatten sich aus dem Gleisbett Steine genommen, die so groß waren wie eine Kinderfaust und hatten sie auf den Sicherheitsdienst hinabgeschleudert. Die Mitarbeiter der Wach- und Schließgesellschaft konnten sich gerade noch in einen Container auf dem Gelände flüchten, sodass niemand verletzt wurde. Von dort verständigten sie die Polizei.

Obwohl die Beamten mit mehreren Streifenwagen schnell vor Ort waren, konnten die Steinewerfer entkommen. Auch die Suche nach den Tätern mit einem Hubschrauber der Bundespolizei verlief erfolglos. „Für uns ist jetzt klar, dass auf dem Gelände von einer anderen Gefährdungslage ausgegangen werden muss“, sagte Boehringer-Sprecher Sebastian Wachtarz. Das Sicherheitsunternehmen reagierte auf den Angriff und rüstet seine Mitarbeiter jetzt mit Helmen aus.

Hinweise, wer hinter dem Anschlag steckt, hat die Polizei noch nicht. „Wir prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen dieser Tat und anderen Vorfällen, die sich gegen das Unternehmen gerichtet haben, gibt“, sagte Polizeisprecherin Martina Stern. Vor knapp zwei Wochen hatten vermutlich extremistische Tierschützer in Langenhagen einen Kühllaster, in dem Wurst und Käse lagerten, in Brand gesteckt. Auch das Dach des Firmengebäudes, vor dem der Wagen geparkt war, wurde dabei stark beschädigt.

Conrad von Meding 23.09.2009
23.09.2009