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Aus der Stadt Warnstreik: Am Freitag schließen 240 Kitas
Hannover Aus der Stadt Warnstreik: Am Freitag schließen 240 Kitas
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00:22 19.03.2015
Von Saskia Döhner
Keine Betreuung: Schilder wie dieses an der Kita Herbartstraße wird es am Freitag wieder vielfach geben.
Keine Betreuung: Schilder wie dieses an der Kita Herbartstraße wird es am Freitag wieder vielfach geben. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Betroffen sind Kitas genauso wie Sozial- und Jugendämter, Werkstätten und Wohnheime für Behinderte und Jugendhilfeeinrichtungen. Die Welle der Arbeitsniederlegungen beginnt am morgigen Mittwoch in Südniedersachsen, am Donnerstag wird im Raum Osnabrück und im Kreis Friesland gestreikt. Am Freitag treten dann Erzieher in Hannover, Hildesheim, Hameln und Holzminden in den Ausstand. Wie viele Mitarbeiter sich tatsächlich an dem Warnstreik beteiligen werden, ist noch unklar. Die Eltern seien bereits Ende vergangener Woche informiert worden, sagte Martin Peter von Verdi. Eine Notfallbetreuung wird es für den eintägigen Warnstreik nicht geben. Erst wenn sich die Tarifauseinandersetzungen länger hinziehen, würde ein Notdienst eingerichtet, heißt es.

In Hannover gibt es knapp 440 Kitas, rund ein Zehntel davon ist in kommunaler Hand, der Rest sind entweder Elterninitiativen oder Einrichtungen freier Wohlfahrtsträger wie etwa Deutsches Rotes Kreuz und Arbeiterwohlfahrt oder aber auch von Kirchen. Verdi verlangt für die Mitarbeiter der kommunalen Einrichtungen ein Gehaltsplus von durchschnittlich 10 Prozent. Auf die Stadt Hannover kämen dadurch Mehrkosten von 10 Millionen Euro zu.

Der Kita-Stadtelternrat stellte sich gestern demonstrativ hinter die Position der Gewerkschaft. „Wir unterstützen die Forderung der Erzieherinnen nach einem höheren Gehalt“, sagte Sprecher Georg Weil gestern der HAZ. Er rechnet mit einer hohen Beteiligung bei den Einrichtungen: „Die Streikbereitschaft ist wegen der schlechten Bezahlung hoch, ich glaube, die meisten Einrichtungen werden am Freitag schließen.“ Die Elternvertretung werde sich nicht gegen die Erzieher ausspielen lassen, wenn höhere Gehälter demnächst als Argument für eine Erhöhung der Kita-Gebühren herangezogen würden. „Wir fordern die kostenfreie Kita, weil der Zugang zu Bildungseinrichtungen kein Geld kosten darf“, sagt Weil.

Dass für den eintägigen Warnstreik keine Notgruppen eingerichtet werden, findet das Gremium nachvollziehbar. Man appelliere an die Eltern, gemeinsame Betreuungen für Kinder von Eltern zu organisieren, die sich an dem Tag nicht freinehmen können. „Grundsätzlich müssen Arbeitgeber Eltern freistellen, wenn keine Kinderbetreuung sichergestellt ist“, sagt Weil, „aber wir wissen natürlich, dass es im Einzelfall problematisch sein kann, Arbeitgeber darum zu bitten.“

Eltern bekommen Geld erstattet: Der Kita-Stadtelternrat empfiehlt Eltern, sich genau aufzuschreiben, an welchen Tagen ihre Einrichtung wegen eines Streiks geschlossen ist. „Wer Kita-Beiträge bezahlt, bekommt diese von der Stadt anteilig erstattet“, sagt Sprecher Weil.

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