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Aus der Stadt Was wäre, wenn 500 Familien auf ihr Auto verzichten?
Hannover Aus der Stadt Was wäre, wenn 500 Familien auf ihr Auto verzichten?
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14:24 11.12.2017
Quelle: Körner
Hannover

500 Familien mit durchschnittlich 1,6 Kindern und zwei Eltern ergeben 1.800 Hannoveraner, die statistisch 986 Autos fahren. Ein Auto braucht einen Parkplatz, häufig sogar zwei – vor der Haustür und am Arbeitsplatz. Das entspricht 14.796 Quadratmetern am Wohnort. Dazu kommen anteilig 5.179 Quadratmeter fürs Parken am Arbeitsort sowie anteilig 5.031 fürs Parken am Einkaufsort – insgesamt also: 25.005 Quadratmeter.

Was könnte Hannover alternativ auf diesen Flächen bauen? Zum Beispiel:

  • 500 zusätzliche Spielplätze (á 50 Quadratmeter) für Kinder

  • 96 Tennisplätze

  • 17.861 Fahrradabstellplätze in der Stadt, so dass keiner mehr sein Fahrrad umständlich in den Keller schleppen muss.

  • 556 einstöckige bis 1.667 dreistöckige (Sozial-)Wohnungen

Wie viel Platz für den Wohnungsbau zur Verfügung stünde, wenn dabei ganz auf dazugehörige Stellplätze verzichtet würde, berichtet Robert Kulle, Technischer Leiter Projektentwicklung bei der Wohnungsbaugesellschaft hanova: „Wir haben unsere vergleichbaren Projekte überschlagen und kommen zu dem Ergebnis, dass bei viereinhalb bis fünfgeschossiger Bebauung durchschnittlich etwa 60 Quadratmeter Wohnfläche je aufgegebenen KFZ-Stellplatz inkl. Nebenfläche (z.B. Fahrspur) zu realisieren sind.“

500 Familien, die in Hannover nicht mehr Auto fahren, würden zusätzlich die benötigte Straßenfläche um 78.912 Quadratmeter reduzieren. Denn: Ein fahrendes Auto benötigt neben dem Parkplatz die Fläche auf der Straße: zum Beschleunigen, Fahren, Bremsen, für den Abstand zum Vordermann und zum Bordstein (die sogenannte dynamische Straßenfläche). Eine perfekte innerstädtische Anti-Staumaßnahme: Denn die Zeit, die Autofahrer in Hannover über die Lebenszeit ihres Autos nicht im Stau stünden, würde für einen zehnwöchigen Urlaub reichen.

Ein Smart kostet laut ADAC pro Jahr 3.300 Euro Unterhaltskosten, ein 5er BMW mit Sportpaket bis zu 21.600 Euro. Bliebe dieses Geld in der Haushaltskasse, könnte davon der Einzelhandel in Hannover profitieren – stammen doch 80 Prozent seines Umsatzes nicht von Autofahrern, sondern von Kunden, die zu Fuß, mit dem Rad oder Bus und Bahn unterwegs sind. Sich um Kunden ohne Auto zu bemühen, wäre die beste Maßnahme, um die Umsatzverluste durch den Internet-Handel auszugleichen.

Auch das Klima würde sich freuen: Die 500 radelnden Familien würden zusammen 2.018.815 Kilogramm CO2 nicht in den Himmel pusten. Rund 400 Hannoveraner versterben pro Jahr vorzeitig durch Luftverschmutzung. Jeder, der sein Auto stehen lässt, tut deshalb etwas für die gute Luft aller – und kann Rad fahrend ganz nebenbei das eigene Herzinfarkt- und Demenz-Risiko um 30-50 Prozent verringern. Und: Radfahrer wiegendurchschnittlich sechs Kilo weniger als Autofahrer.

Das ist das Projekt „Übermorgen“

„Übermorgen“ ist eine Ideen- und Diskussionsplattform von HAZ und Sparkasse Hannover. In der gedruckten HAZ, auf einer Multimedia-Internetseite und bei Veranstaltungen werden Informationen zu den wichtigsten Zukunftsthemen gesammelt. Themenpartner ist Hannoverimpuls. „Als Sparkasse sind wir seit fast 200 Jahren in der Region Hannover aktiv. Und genauso lange bewegen uns die Zukunftsfragen für das Umfeld, in dem wir arbeiten“, sagt Heinrich Jagau, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover. „Was kommt auf die Menschen, die Unternehmen und die Kommunen zu? Auf was müssen wir uns heute einstellen, damit wir hier auch übermorgen gut leben? Mit der Initiative „Übermorgen“ wollen wir helfen, gute Antworten einer sehr komplex gewordenen Welt zu finden. Nicht irgendwo im Silicon Valley, sondern in unserer Region“, sagt Jagau.

Mehr auf uebermorgen.haz.de

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