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Aus der Stadt Was wird jetzt aus den Kirchen-Krankenhäusern?
Hannover Aus der Stadt Was wird jetzt aus den Kirchen-Krankenhäusern?
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10:30 10.04.2015
Von Mathias Klein
Eines von vielen: Das DDH-Gebäude der Henriettenstiftung an der Marienstraße.
Eines von vielen: Das DDH-Gebäude der Henriettenstiftung an der Marienstraße. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Das hat deren Sprecher, Achim Balkhoff, jetzt bestätigt. Die drei DDH-Häuser Annastift, Friederikenstift und Henriettenstiftung sollen im Rahmen einer Medizinstrategie - offiziell „Medical Board“ genannt - Aufgaben und Zuständigkeiten neu verteilen. Sämtliche Bereiche würden „unter Berücksichtigung des Gesamtmarktes analysiert“, berichtet Balkhoff. Zum Beispiel werde geschaut, wo es in den drei Kliniken Doppelstrukturen gebe. „Am Ende gibt es etwas, das anders aussieht als heute“, sagt Balkhoff.

Seit Monaten ist die Reform des Klinkums Region Hannover Gegenstand von teils hitzigen Debatten in der Politik und bei den Bürgern. Da es beim Regionsklinikum auch um Standortschließungen geht, gab es vielfach Protestkundgebungen von Bürgern, die unter anderem längere Anfahrtswege zum jeweils nächstgelegenen Krankenhaus und einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung befürchten.

Noch keine Details bekannt

Details zu den Planungen für das Projekt „Medical Board“ der Diakonischen Dienste kann Balkhoff nicht nennen. Es gebe noch keine Entscheidungen, und die Planungen für die Zukunft der DDH-Häuser befänden sich noch in einem frühen Stadium, betont er.

In den vergangenen Monaten waren jedoch schon Überlegungen der DDH für den Betrieb eines großen Mutter-Kind-Zentrums direkt am Kinderkrankenhaus Auf der Bult bekannt geworden. Die gemeinsame Geburtsklinik von Henriettenstiftung und Friederikenstift soll 2018 am Standort des Kinderkrankenhauses zusammengeführt werden. Dazu gehört auch das bereits seit Jahren bestehende Perinatalzentrum, das die Henriettenstiftung gemeinsam mit dem Kinderkrankenhaus zur Versorgung von Frühgeborenen betreibt. Parallel dazu planen die Diakonischen Dienste, ihre gemeinsame Frauenklinik, die bisher an zwei Standorten - im Friederikenstift und in der Henriettenstiftung - arbeitet, ab 2018 in der Henriettenstiftung an der Marienstraße zu konzentrieren.

DDH will sich von früherer Unfallklinik trennen

Außerdem waren Überlegungen bei den DDH bekannt geworden, sich vom Gebäude der früheren Unfallklinik des Friederikenstifts in der Marienstraße direkt neben der Gartenkirche trennen zu wollen. Dort ist die Klinik für Plastische, Hand- und Mikrochirurgie des Friederikenstifts untergebracht. Es wird in Betracht gezogen, die Medizinischen Versorgungsbereiche des Friederikenstiftes am Standort in der Humboldtstraße zu zentralisieren. Die bauliche Umsetzung setzt jedoch eine entsprechende Förderzusage des Landes Niedersachsen voraus.

Beim Regionsklinikum sieht die im vergangenen Jahr erarbeitete Medizinstrategie unter anderem die Schließung der Geburtshilfe im Nordstadtkrankenhaus und die Schließung des Springer Krankenhauses vor. Anfang der Woche hat die Verlegung eines Patienten intensive Debatten um die Notfall- und Grundversorgung mit Krankenhausbetten in der Region ausgelöst. Der Senior kam mit Verdacht auf Lungenentzündung am Nachmittag in die Klinik Clementinenhaus und musste gegen Mitternacht ins 55 Kilometer entfernte Alfeld verlegt werden - weil in der ganzen Region kein Bett mehr für ihn frei war.

Das sind die DDH

Die Diakonischen Dienste Hannover (DDH) betreiben unter anderen die drei Krankenhäuser Annastift, Henriettenstiftung und Friederikenstift. Das Friederikenstift hat insgesamt 608 Betten an der Humboldtstraße (Calenberger Neustadt) und der Marienstraße (Mitte) und versorgt jährlich 50.000 Menschen.

Das Diakoniekrankenhaus Annastift hat 187 Betten und ist eine der renommiertesten Kliniken für Orthopädie und orthopädische Chirurgie in Deutschland.

Das Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung hat 588 Betten an seinen beiden Standorten an der Marienstraße (Südstadt) und der Schwemannstraße (Kirchrode).

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