Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Wasserstadt wird deutlich kleiner als geplant
Hannover Aus der Stadt Wasserstadt wird deutlich kleiner als geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 18.04.2015
Foto: Das neue Konzept der Stadt sieht keine achtgeschossigen Bauten mehr vor. An den Rändern soll es Gebäude bis vier Stockwerke geben, im Inneren überwiegend vier Stockwerke.

Das neue Konzept der Stadt sieht keine achtgeschossigen Bauten mehr vor. An den Rändern soll es Gebäude bis vier Stockwerke geben, im Inneren überwiegend vier Stockwerke. Quelle: Grafik: HAZ
Anzeige
Hannover

Im Streit darum, wie viele Menschen letztlich auf im neuen Wohngebiet Wasserstadt Limmer auf der alten Conti-Brache leben sollen, ist die Stadt von ihrer Maximalforderung abgerückt. „Es sind nicht mehr die 2000 Wohneinheiten“, kündigte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok am Montagabend bei einer Bürgerversammlung im Lindener Freizeitheim an. Es könne aber auch nicht nur um rund 1000 Wohneinheiten gehen, wie sie viele Limmeraner und der Bezirksrat Linden-Limmer gefordert hatten. Die Frage allerdings, wie groß die Wasserstadt denn nun wirklich werden soll, ließ Schostok offen – und eckte damit bei vielen Bürgern an.

Die Stadtverwaltung hat die neuen Pläne für die Wasserstadt Limmer vorgestellt. Dort könnten bis zu 2000 Wohnungen entstehen, weil Hannover 2013 sogar um 5000 Menschen gewachsen ist. Möglicherweise wird auch das zusätzliche Gymnasium dort erreichtet. Jetzt diskutiert die Kommunalpolitik das neue Konzept.

Die Größe des Wohngebiets ist der am heftigsten diskutierte Punkt, seit die Stadt 2104 mit ihren Ideen für ein wesentlich größeres Wohngebiet antrat, als es zuvor geplant war. Auch wenn ein Kompromiss ansteht; die Stadt wünscht eine gewisse Baudichte. Schostok verwies auf den 102 Punkte umfassenden Forderungskatalog, den die Teilnehmer der Bürgerbeteiligung im März verabschiedet hatten.

Darin geht es unter anderem um Gemeinschaftsflächen, Anbindungen an den Nahverkehr, Ansiedlung von Dienstleistern und Gastronomen oder den Bau einer Fußgängerbrücke über den Stichkanal. Das alles müsse wirtschaftlich sein, betonte der OB: „Eine bestimmte Größenordnung des Baugebiets ist wichtig.“ Diese Betrachtung empfahl auch der Gastredner, der Wuppertaler Bauexperte Prof. Guido Spars. Je mehr Forderungen umgesetzt würden, desto höher stiegen die Bodenpreise in der Wasserstadt. Deshalb müsse über eine größere Bewohnerzahl nachgedacht werden: „Dann sinken auch die Infrastrukturkosten je Kopf.“ Aus Sicht von Spars ist die Ansiedlung einer Vielfalt an Gewerbe und Nahversorgern mit nur 1000 Wohneinheiten – oder bis zu 2500 Bewohnern, die dann auch Konsumenten sind – kaum zu schaffen.

Thomas Berus von der Bürgerinitiative Wasserstadt forderte, möglichst rasch konkrete Zahlen zu benennen: „Auf welcher Grundlage soll man sonst weiterreden?“ Immerhin will die Stadt noch im Mai einen Beirat initiieren. Dort sollen Bürger und Vertreter der Stadt, der Investoren und von Interessengruppen über Auflagen für Bauträger reden. Als beratendes Gremium ohne politische Befugnisse soll der Beirat dabei helfen, die Entwicklung im ersten Bauabschnitt zu überwachen. Für diesen Abschnitt im Osten der Wasserstadt soll bis Oktober ein Bebauungsplan vorliegen.

Baudezernent Uwe Bodemann kündigte eine „überwiegend viergeschossige Bebauung“ an und erntete Misstrauen. „Wie hoch werden die Häuser denn nun? Bis zu acht Etagen?“, wollte eine Besucherin wissen. Mehr als vier Geschosse soll es laut Forderungskatalog der Bürger nicht geben. Möglich seien am Stichkanal auch fünfgeschossige Häuser, erwiderte Bodemann: Dort sind „markante Bauformen“vorgesehen, also besondere Häuser. Die Höhe sei als Lärmschutz gut – auf der anderen Kanalseite liegt eine Bahnstrecke. Ganz im Nordosten soll es ein dreigeschossiges Gebiet geben.

Die Stadt will alle 102 Forderungen auf Machbarkeit prüfen. In einer zusätzlich anberaumten Veranstaltung sollen die Bürger noch einmal Anregungen geben. Diese Versammlung beginnt am Dienstag, 12. Mai, um 18 Uhr im Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4. Die Ergebnisse fließen in den neuen Entwurfsplan ein, der voraussichtlich im Juli präsentiert wird.     

Von Marcel Schwarzenberger

Aus der Stadt Sicherheitsmängel an Hochbahnsteigen - Üstra lässt 
unsichere Lautsprecher austauschen
Tobias Morchner 15.04.2015
Andreas Schinkel 18.04.2015
Andreas Schinkel 17.04.2015