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Aus der Stadt Waterloo-Unterkunft wird ein Sleep-in für Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt Waterloo-Unterkunft wird ein Sleep-in für Flüchtlinge
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00:15 05.01.2017
Von Andreas Schinkel
Quelle: Petrow
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Hannover

Im Laufe des Jahres will die Stadtverwaltung die beiden Notunterkünfte im ehemaligen Oststadtkrankenhaus und im Schulzentrum Ahlem räumen. Andere Flüchtlingsheime sind keineswegs ausgelastet. Im Containerdorf auf dem Waterlooplatz wohnen nach Angaben der Stadt derzeit nur 70 Menschen, ausgelegt sind die umstrittenen Wohnmodule für bis zu 120 Flüchtlinge.

Knapp 30 Schlafplätze will die Stadt jetzt für kurzfristige Übernachtungen freihalten. „Dafür spricht die zentrale Lage der Unterkunft auf dem Waterlooplatz“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. Brauchen Asylsuchende, die unangemeldet vor der Tür stehen, ein Dach über dem Kopf, können sie für ein paar Nächte in der Waterloo-Unterkunft schlafen. Von dort aus werden sie dann in andere Wohnheime verteilt.

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Noch 150 im Oststadt-Klinikum

Fest steht, dass das ehemalige Oststadtkrankenhaus bis Ende März geräumt wird. Derzeit leben dort rund 150 Menschen. Das Bettenhaus war noch vor einem Jahr Hannovers größte Notunterkunft mit bis zu 850 Bewohnern. Nach dem Auszug wird das Gebäude abgerissen. Auf dem gesamten Klinikgelände sollen Wohnhäuser entstehen.

Auch das Schulzentrum Ahlem, früher eine der großen Notunterkünfte in Hannover, wird aufgegeben. Ende des Jahres sollen die letzten Flüchtlinge ausziehen, dann wird das Grundstück ebenfalls für den Wohnungsbau genutzt.

Das ehemalige Maritim-Grandhotel gegenüber vom Neuen Rathaus dient noch etwas länger als Flüchtlingsunterkunft. Bis zum Frühjahr 2018 werden im Gebäude gegenüber dem Rathaus Asylsuchende wohnen, dann läuft der Mietvertrag aus. Der neue Eigentümer der Immobilie, die Firma Intown, will das marode Gebäude sanieren und am Friedrichswall wieder ein Hotel einrichten. Der Eigentümer des ehemaligen Maritims hat auch das Ihme-Zentrum gekauft. Dort wird die Sanierung immer wieder verzögert. Aktuell leben 420 Flüchtlinge im ehemaligen Maritim-Hotel.

Auch das alte Bettenhaus des Siloah-Krankenhauses, eine Ansammlung von Containern, gilt als zeitlich begrenzte Notunterkunft. Derzeit wohnen dort rund 200 Flüchtlinge. Bis Ende 2019 sollen die Wohnmodule geräumt werden.

Leer stehen bereits der Deutsche Pavillon, ein Baumarkt in Badenstedt und ein Möbelmarkt in Vahrenwald, in denen im vergangenen Jahr noch Hunderte Menschen eine Notunterkunft gefunden hatten. Bis August will die Stadtverwaltung die drei Gebäude als Reserve aufrechterhalten. Den Deutschen Pavillon hat die Stadt auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise für 5,5 Millionen Euro erworben.

Jetzt macht man sich im Rathaus Gedanken, wie die Immobilie vermarktet werden kann, wenn sie auch langfristig nicht mehr als Unterkunft dienen muss. Um sie wieder als Veranstaltungszentrum zu nutzen, muss die Brandschutzanlage komplett modernisiert werden, was als ein extrem teures Unterfangen gilt.

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