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Aus der Stadt Kirche entwirft Strategien gegen Austritte
Hannover Aus der Stadt Kirche entwirft Strategien gegen Austritte
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22:10 01.10.2014
Will ihre Mitglieder halten: die Kirche. Quelle: dpa
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Hannover

Auch in den Kitas soll wesentlich stärker für die Taufe geworben werden als bisher. Die Kirche will auch stärker auf alleinerziehende Eltern zugehen, um sie zur Taufe ihrer Kinder zu ermuntern. Außerdem will man neu zugezogene Bürger per Besuch von Vertretern der Kirchengemeinde begrüßen und den Mitgliedern zu allen Geburtstagen mit einem Brief gratulieren. Das sind Ergebnisse einer Arbeitsgruppe des Stadtkirchenverbands, die sich mit dem starken Mitgliederschwund der Kirche befasst hat. Die Arbeitsgruppe stellte ihre Untersuchung bei der gestrigen Sitzung des Stadtkirchentags vor.

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Die Zahl der Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirche ist seit Jahren stark rückläufig. Im Jahr 2000 gab es im Stadtkirchenverband, zu dem neben Hannover auch Garbsen und Seelze gehören, noch rund 260.000 Mitglieder. Am 30. Juni dieses Jahres zählte man dagegen nur noch rund 198 000 Mitglieder. Für dieses Jahr rechnet der Stadtkirchenverband mit rund 4000 Austritten, in den vergangenen Jahren waren rund 2000 Kirchenmitglieder pro Jahr ausgetreten.

Die Kirche vermutet, dass der kräftige Anstieg in diesem Jahr mit Änderungen bei der Kapitalertragssteuer zusammenhängt. Die Anzahl der Gemeinden ging von 80 im Jahr 2000 auf nur noch 60 in diesem Jahr zurück. Dieser Mitgliederschwund werde sich weiter fortsetzen, sagte Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. Darauf müssten sowohl der Stadtkirchenverband als auch die einzelnen Kirchengemeinden reagieren.

Nach einer Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland hat rund ein Drittel der Kirchenmitglieder gar keine Bindung zur Kirche, eine Zahl, die nach Einschätzung der Arbeitsgruppe auch für Hannover gilt. „Die Bereitschaft dieser Mitglieder, die Kirche zu verlassen, ist besonders groß“, sagte ein Mitglied der Arbeitsgruppe.

Die Arbeitsgruppe schlägt außerdem vor, dass der Stadtsuperintendent jeden anschreibt, der aus der Kirche ausgetreten ist. In dem Brief soll es auch ein Gesprächsangebot zu den Austrittsgründen geben. Die Arbeitsgruppe schlägt weiter vor, die Arbeit der sogenannten Wiedereintrittsstelle auszuweiten. Beispielsweise könnten die Mitarbeiter zum Beispiel zu Gemeindefesten eingeladen werden, um auch dort den Wiedereintritt in die Kirche zu ermöglichen.

Der stellvertretende Stadtsuperintendent Thomas Höflich warnte vor zu großen Erwartungen im Hinblick auf die geplanten Maßnahmen. „Wir dürfen auf ein Wunder hoffen, sollten es aber nicht erwarten“, sagte er.

Von Mathias Klein

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