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Aus der Stadt Weil hält nur Hochflur für sinnvoll
Hannover Aus der Stadt Weil hält nur Hochflur für sinnvoll
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06:16 13.04.2012
Von Andreas Schinkel
Im Streit um den Ausbau der D-Linie bezieht jetzt erstmalig Oberbürgermeister Stephan Weil Stellung. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

„Hätte man in den sechziger Jahren vor der Entscheidung gestanden, hätte es viele gute Argumente für die Niederflurtechnik gegeben“, sagt Weil. Denn die Züge mit den niedrigen Türen, die nur einen kleinen Podest als Einstiegshilfe benötigen, seien städtebaulich verträglicher. Doch auch für die Hochbahnsteige ließen sich passende Standorte in der City finden. Weil betont, dass die Entscheidung, ob künftig Niederflurzüge über die Gleise der Linien 10 und 17 rollen oder weitere Hochbahnsteige gebaut werden, der Regionsversammlung überlassen bleibe.

Wie berichtet, konnten sich die Mehrheitsfraktionen von SPD und Grünen in der für den Nahverkehr zuständigen Regionsversammlung nicht auf ein Stadtbahnsystem für die D-Linie einigen. Während die SPD auf Hochflur setzt, fordern die Grünen die Einführung der Niederflurzüge. Man verständigte sich schließlich darauf, die Büger der Region Hannover entscheiden zu lassen. Ende vergangener Woche wurde dann bekannt, dass das Land die Niederflur-Variante für unwirtschaftlich hält und nicht mitfinanzieren würde. Ohne die Fördermittel des Landes in Höhe von rund 42 Millionen Euro aber könnte die D-Linie nicht umgebaut werden. Damit wäre die Bürgerbefragung überflüssig, wie inzwischen etliche sozialdemokratische Kommunalpolitiker feststellen.

Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) bekräftigte gegenüber der HAZ: „Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass die Niederflurvariante wegen der von der Üstra in den Raum gestellten höheren Folgekosten die erforderlichen Kriterien zur Wirtschaftlichkeit nicht erfüllen könnte.“ Von daher wäre eine Förderung des Niederflursystems ausgeschlossen.

Der Verkehrsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz (SPD), sagte am Dienstag zur geplanten Bürgerbefragung: „Man sollte vermeiden, dass die Bürger eine Entscheidung über etwas treffen, was dann gar nicht umsetzbar ist.“ In den kommenden Tagen will Franz sich mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums zusammensetzen, um sich Klarheit über die Förderbedingungen zu verschaffen. Franz betont, die Verwaltung habe den Regionspolitikern schon vor Wochen mitgeteilt, dass der Zuschuss des Landes für ein eventuelles Niederflursystem nicht gesichert sei.

Die Grünen bestehen weiterhin auf Durchführung einer regionsweiten Bürgerbefragung. Sie vertrauen auf ein Gutachten, das die langfristige Ausweitung eines Niederflursystems in Hannover in den Blick nimmt. „Dann kehrt sich die Wirtschaftlichkeit zugunsten der Niederflurtechnik um“, meint Grünen-Fraktionschef Raoul Schmidt-Lamontain.

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