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Aus der Stadt Weil fordert Offenheit und Toleranz
Hannover Aus der Stadt Weil fordert Offenheit und Toleranz
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18:23 18.11.2015
Von Simon Benne
Ministerpräsident Stephan Weil in der Neustädter Kirche in Hannover.  Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Weil ging in dem Gottesdienst am Rande auch auf die Bedrohung durch den Terrorismus ein: „Wir sind lange von Angst und Schrecken verschont geblieben – jetzt sind sie uns sehr nahe gekommen“, sagte er. Zugleich mahnte er Offenheit für die Menschen in Not an, die jetzt zu uns kommen. 

Bei einer Predigt in der Neustädter Kirche in Hannover hat Ministerpräsident Stephan Weil Toleranz und Offenheit gefordert. 

Den Buß- und Bettag nutzen insbesondere protestantische Christen traditionell zur inneren Einkehr und zum Nachdenken über ihre gesellschaftliche Verantwortung vor Gott. Der Gottesdienst in der Neustädter Kirche, an dem auch der stellvertretende CDU-Landtagsfraktionschef Dirk Toepffer teilnahm, wurde musikalisch vom Chor des Landeskirchenamtes sowie den Organisten Lothar Mohn und Andor Izsák gestaltet. Bereits lange vor den Anschlägen von Paris und der Absage des Länderspiels in Hannover hatte Weil zugesagt, in diesem Jahr an einer Dialogpredigt mit Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann mitzuwirken. Die Worte Weils, der über das Bibelwort „Du sollst dir kein Bild machen!“ sprach, passten gleichwohl in die Situation.

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Der Ministerpräsident warnte vor Klischees und Vorurteilen – und berichtete von einem Besuch in seiner Zeit als Oberbürgermeister in einer Stöckener Moschee. Bis dahin habe er in Kopftüchern stets einen Ausdruck der Unterdrückung gesehen, sagte Weil – und dann erlebte er in der Moschee sehr selbstbewusste Frauen, die Kopftücher trugen. Seine Lehre: „Hüte dich vor einem vorschnelle Urteil, bilde Dir Deine eigene Meinung und ändere sie auch, wenn sie nicht stimmt“.“ Es gelte, Bildern kritisch zu begegnen – denen in den Medien ebenso wie denen in unseren Köpfen: „Die Gefahr der Manipulation inmitten der allgemeinen Bilderflut ist so groß wie nie.“