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Aus der Stadt Weit gereiste Einzelkämpfer
Hannover Aus der Stadt Weit gereiste Einzelkämpfer
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20:33 21.10.2014
Von Rüdiger Meise
Fabiana Bezerra zeigt ihren Schmuck, der aus brasilianischem Goldgras gefertigt ist. Bislang hat sich auf der Infa kaum jemand dafür interessiert. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Fast 10.000 Kilometer ist FabianaBezerra gereist – so weit ist Hannover von der Region Tocantins in Zentralbrasilien entfernt. Hinter ihr steht kein großer Konzern, sondern ein kleines Unternehmen mit einer guten Idee. Rund 7000 Euro hat die 35-jährige Schmuckdesignerin für den Trip zur Infa bezahlt. Während sie ihren kleinen Stand in der Halle 18 betreut, passt ihre Mutter im Hotel auf ihren zweijährigen Sohn Luciano auf. Als Fabiana Bezerra von der Reise erzählt, bricht sie in Tränen aus. Denn sie hat bislang nahezu nichts verkauft.

Zum ersten Mal stellt sie ihren Schmuck in Deutschland aus, und sie dachte, die Menschen auf der Infa hätten nur auf ihre kleinen Gras-Accessoires gewartet. So wie in Frankreich, den USA oder Kolumbien. In allen drei Ländern hat Bezerra Designpreise gewonnen, „die Leute reißen mir da den Schmuck aus den Händen“, sagt sie. Nicht so auf der Infa. Ganze 340 Euro hat sie bislang eingenommen.

Vielleicht liegt es daran, dass die Besonderheit ihrer Preziosen nicht so leicht erkennbar ist. Bezerras Firma stellt ihre „Art de Terra“ (Kunst der Erde) aus sogenanntem Goldgras her, dessen lange, schlanke Halme sich im Oktober golden färben. Dann wird das Gras im Hochland von Tocantins geschnitten und in filigraner Handarbeit zu Schmuckstücken verarbeitet. Rund 50 Arbeitslose hat Fabiana Bezerra in Brasilien angelernt und ihnen eine Perspektive gegeben, sagt sie. Doch auf der Infa interessiere das kaum jemanden. Obwohl ihre kleinen Kunstwerke nur zwischen 10 und 69 Euro kosten. Vielleicht sollte sie den Preis mit ein paar Nullen ergänzen – um mehr Aufsehen zu erregen.

Firmen aus 40 Nationen stellen in diesem Jahr auf der Infa aus – darunter winzige Unternehmen aus Nepal oder Brasilien.

Edle Tücher aus dem fernen Srinagar

Mohd Maybool ist ein erfahrener Aussteller auf der Infa. Schon seit mehr als zehn Jahren verkauft er hier für seine kleine Textilfabrik im indischen 
Srinagar Schals, Tücher und Sarongs aus Kaschmir und edler Seide. Per Überseecontainer sind Maybools Waren von Indien nach Rotterdam verschifft worden. Seit Jahren mietet er den gleichen Messestand und das gleiche Apartment in Laatzen. „Ich liebe es, hierherzukommen“, sagt er. Die Messe sei fantastisch organisiert. „Besser als in Dubai.“ Von der Infa aus fährt Maybool zu Messen nach Nürnberg, Berlin und Mailand – dann geht es zurück nach Indien.

Grüner Tee aus Kathmandu

Der Vater von Sahayog Neva Shrestnd hat das kleine Familienunternehmen in einer Kleinstadt nahe Kathmandu aufgebaut. Ihm verdankt der Sohn, dass er in Kiel studieren konnte. Erstmals ist „Nepal Natural Tea“ auf der Messe vertreten. Per Containerschiff sind die bunten Teesäcke nach Europa gekommen. Der Transport kostete 3600 Euro, die Flugtickets für Shrestnd, Mutter und Schwester insgesamt 2700 Euro, die Standgebühr 1800 Euro, und 800 Euro zahlen die drei für ihr Hotel in Pattensen. Ihre Teesäckchen kosten 4 bis 10 Euro. Ein paar müssen sie schon verkaufen, damit sich der Aufwand rechnet.

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