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Aus der Stadt Welche ist die beste Geburtsklinik?
Hannover Aus der Stadt Welche ist die beste Geburtsklinik?
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00:20 15.04.2015
Von Saskia Döhner
„Mütter kippen nicht um, Väter schon“: Führung durch den Kreißsaal. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Das Kind von Saskia Gericke hätte eigentlich im Nordstadtkrankenhaus zur Welt kommen sollen. Das war der Plan, so hatte es sich die 23-Jährige vorgestellt. Doch nun sind die Geburtskliniken in Hannover neu geordnet, im Nordstadt können die Frauen ab Mai nicht mehr entbinden – hier hat es bisher etwa 1000 Geburten jährlich gegeben. „Aber es gibt ja noch andere gut erreichbare Kliniken“, sagt die 23-jährige Gericke. Im August erwartet sie ihr erstes Kind.

Lange war das Interesse am Tag der offenen Tür der Geburtskliniken nicht so groß wie an diesem Sonnabend. Die Neuaufstellung der Geburtskliniken, die Schließung im Nordstadt, die Diskussion über Großburgwedel – für angehende Mütter und Väter stellen sich nun noch mehr Fragen als ohnehin schon.

Sechs Geburtskliniken in der Region haben sich bei einem Tag der offenen Tür präsentiert.

Sechs Geburtskliniken in der Region haben sich am Sonnabend präsentiert. In Hannover sind es das Perinatalzentrum in Kirchrode und das Kinderkrankenhaus Auf der Bult, das Vinzenzkrankenhaus und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Im Umland beteiligen sich die Kliniken in Großburgwedel und Gehrden. Es gibt Führungen durch den Kreißsaal und die Wochenbettstationen genauso wie Informationen zum richtigen Babysitz fürs Auto oder einen Wickel-Schnell-Kurs – für manche auch zum Auffrischen.

Viele junge Paare kommen, manche auch schon mit einem älteren Kind an der Hand. Schnell bilden sich die ersten Schlangen.

Einige Schwangere haben statt ihrer Männer Freundinnen oder ihre Mütter mitgebracht. Saskia Gericke wird von ihrer Großmutter ins Perinatalzentrum nach Kirchrode begleitet. Die 23-Jährige möchte eine Geburtsklinik, in der sie sich gut aufgehoben fühlt und das Personal freundlich und verständnisvoll ist. Sie findet es auch wichtig, dass im Fall einer Frühgeburt die medizinischen Experten direkt vor Ort sind. Im Perinatalzentrum ist das der Fall. Die Frauenklinik der Henriettenstiftung arbeitet seit 15 Jahren mit dem Kinderkrankenhaus auf der Bult zusammen. „Das ist quasi unser ADAC“, sagt die leitende Hebamme Wiebke Schrader, als sie eine Gruppe angehender Eltern durch den von Lilatönen dominierten Kreißsaal führt: „Man braucht ihn nicht immer, aber es ist gut, wenn er da ist.“

In der MHH werden rund 850 Besucher gezählt, im Perinatalzentrum Hannover und im Kinderkrankenhaus Auf der Bult sind es zusammen 600. Auf diese Zahl kommt auch das Vinzenzkrankenhaus. „Wir sind mit vielen baldigen Eltern ins Gespräch gekommen“, sagt Chefarzt Joachim Pape. „Wir konnten ihnen Ängste und Sorgen nehmen, das ist das Wichtigste.“ Bei einem Tag der offenen Tür könnten sich die Kliniken besser präsentieren als bei kommerziellen Babymessen, wo man früher auftrat, meint der Mediziner.

Schrader erläutert den Mechanismus des Geburtsbettes, zeigt auf die Wärmelampe, dann auf einen Sessel mit höhenverstellbarem Beinteil. „Da kann man den Kreislauf schnell wieder in Schwung bringen, falls mal jemand während der Geburt kollabiert.“ Das passiere sehr selten: „Wenn, dann sind es die Väter“, sagt Schrader, von Hebammen oder Ärzten, geschweige denn Müttern, die umkippten, habe sie noch nie gehört. Die Frauen unter den Zuhörern lächeln wissend, drei, vier Männer werden noch etwas blasser, als sie es ohnehin schon sind.

Genau 2173 Kinder sind im Perinatalzentrum im Jahr 2014 zur Welt gekommen, gerade ist ein fünfter Kreißsaal eingerichtet worden. Im nur wenige Kilometer entfernten Vinzenzkrankenhaus hat man schon seit Anfang des Jahres einen Babyboom zu verzeichnen. 1057 Kinder sind hier 2014 geboren worden.

Katrin Dufrenne und Henning Seinsch (beide 29) erwarten Mitte September ihr erstes Kind. Es wird wohl in einem Kirchröder Krankenhaus zur Welt kommen, meinen beide. Noch sind sie entspannt. Geburtsvorbereitung und Kofferpacken stehen noch längst nicht an. „Aber informieren kann man sich nicht früh genug“, sagt die junge Frau und strebt Richtung Wochenbettstation. „Mir ist es wichtig, dass es meiner Freundin gut geht“, schiebt Seinsch schnell noch hinterher.

Auch für Jan Schiele (32) aus der Südstadt ist die Tatsache wichtig, dass sich seine Freundin Julia Keller (26) in der Geburtsklinik wohlfühlt. Alles andere sei nebensächlich. Für Nina Koch (25) und Tobias Fredrich (29) aus Barsinghausen zählen die Erreichbarkeit und das interne Klima in dem Krankenhaus, wo ihr erstes Kind zur Welt kommen soll, zu den wichtigsten Faktoren. Carlo 
Haepke (29) aus Sehnde wünscht sich große geräumige Parkplätze, wo er seinen Wagen schnell abstellen kann, wenn 
bei seiner Freundin Kathrin Schneider die Wehen einsetzen sollten. Aber bis 
es soweit ist, dauert es noch einige Monate.     

Mehr Kinder, weniger Geburtsstationen

Der Babyboom hält weiter an: In Hannover kommen immer mehr Kinder zur Welt – und das in immer weniger Kliniken. In der gemeinsamen Frauenklinik der Diakonischen Dienste Hannover im Friederikenstift und der Henriettenstiftung werden jährlich rund 3600 Babys geboren, allein am Perinatalzentrum in Kirchrode waren es im vergangenen Jahr knapp 2200. In der Medizinischen Hochschule Hannover sind im vergangen Jahr knapp 2500 Geburten gezählt worden. Das Vinzenzkrankenhaus verzeichnet ebenfalls seit Längerem mehr als 1000 Geburten pro Jahr.

Im Umland gibt es Geburtsstationen in Gehrden (rund 800 Geburten pro Jahr), Großburgwedel (knapp 600) und Neustadt am Rübenberge (800). Die Geburtskliniken müssen immer mehr Schwangere aufnehmen, weil andere Standorte aus Kostengründen geschlossen werden. Zum 1. Mai schließt die Geburtsstation im Nordstadtkrankenhaus, wo zuletzt rund 1000 Geburten gezählt worden waren.

Die Diakonischen Dienste wollen rund 600 zusätzliche Geburten künftig übernehmen, der Rest verteilt sich auf MHH, Vinzenzkrankenhaus und das Umland. Insgesamt dürfte es auf den Wochenbettstationen und in den Kreißsälen noch enger werden, denn schon 2013 hatte die Klinik in Langenhagen ihre Geburtsabteilung geschlossen. Hebammen und Ärzte befürchten, dass es künftig mehr Notgeburten in Autos geben könnte.

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