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Aus der Stadt Weniger Ruß durch die Umweltzone
Hannover Aus der Stadt Weniger Ruß durch die Umweltzone
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22:29 07.09.2009
Von Conrad von Meding
Die Umweltzone in Hannover ist weiterhin umstritten.
Die Umweltzone in Hannover ist weiterhin umstritten. Quelle: Surrey
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Das Umweltamt stellt in dem eigentlich harmlosen "Leistungsbericht" einen „leichten Rückgang“ der Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) im ersten Halbjahr fest und einen erheblichen Rückgang beim Ruß: Dort sei der Mittelwert innerhalb eines Jahres von 5,4 auf 4,7 Mikrogramm gesunken. Das löste am Montag im Umweltausschuss erwartungsgemäß harschen Widerspruch der Ratsopposition aus.

Wie denn der Rußanteil um fast 15 Prozent zurückgehen könne, wenn der Autoverkehr nach Expertenmeinung überhaupt nur einen Bruchteil der Feinstaubbelastung ausmache, stichelte CDU-Politiker Hermann Hahn: „Das ist doch reines Wunschdenken.“ Für Ruß gibt es offiziell keinen Grenzwert, sein Auftreten gilt nach Angaben der Stadt aber als Indikator für verkehrsbedingte Feinstaubemissionen. Hahn zitierte Analysen etwa aus Berlin und Potsdam, wo „kein signifikanter Einfluss der Umweltzone“ nachgewiesen worden sei.

SPD-Ratsherr Manfred Müller hingegen verwies auf die München-Studie zum Feinstaub, die in Fachkreisen bisher als einzige wissenschaftlich belastbare Analyse gilt. Sie hat für den dortigen Stachus einen Rückgang von zehn Prozent, in der Prinzregentenstraße zwölf, auf der Landshuter Allee neun und auf verkehrsärmeren Straßen fünf Prozent nachgewiesen – und das, obwohl in München eine weniger restriktive Umweltzone gilt, in der sogar Autos mit roter Plakette noch fahren dürfen.

Umweltdezernent Hans Mönninghoff nahm den Streit sportlich: „Verschießen Sie Ihr Pulver nicht, heben Sie die Argumente auf, bis wir eine eigene Analyse vorliegen haben.“ Auf Nachfrage von CDU-Ratsherr Gerd Sommerkamp stellte er klar, dass die Einführung der Umweltzone in Hannover „kein Zuschussgeschäft“ sei: „Die Gebühren decken die Ausgaben.“ l Öko-Lok bestellt: Für Hannovers Hafenbahn wird eine neue Diesellok bestellt, die erstmals einen Rußpartikelfilter hat. „Damit sind wir schneller als die Bahn“, frohlockte Mönninghoff gestern: Dort überlege man noch, ob für 130 benötigte Dieselloks Rußfilter gekauft werden – sie sind erst ab 2012 Pflicht.

Bärbel Hilbig 08.09.2009
Conrad von Meding 07.09.2009