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Aus der Stadt Wenn der Lastwagen zum Sicherheitsrisiko wird
Hannover Aus der Stadt Wenn der Lastwagen zum Sicherheitsrisiko wird
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08:17 04.04.2015
Von Jörn Kießler
Im vergangenen Jahr hatte die Polizei einen Lkw-Sicherheitstag veranstaltet, um Fahrer auf die Risiken aufmerksam zu machen.
Im vergangenen Jahr hatte die Polizei einen Lkw-Sicherheitstag veranstaltet, um Fahrer auf die Risiken aufmerksam zu machen. Quelle: Dröse
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Hannover

Mehr als 40 Prozent der kontrollierten Lastwagen waren technisch nicht in Ordnung: durchgerostete Rahmenteile, defekte Bremsanlagen, kaputte Reifen. „Immer wieder kommt es aufgrund technischer Mängel zu Unfällen mit Verletzten, hohem Sachschaden und damit verbundenen – zum Teil lang andauernden – Sperrungen“, heißt es in einer Information der Polizeidirektion Hannover.

Insgesamt kontrollierte die Spezialisierte Verfügungseinheit des Zentralen Verkehrsdienstes in den ersten drei Monaten des Jahres 524 Lkw aus ganz Europa, die auf den Autobahnen rund um die Landeshauptstadt unterwegs waren. Bei 224 Fahrzeugen hatten die Beamten etwas zu beanstanden. Unter anderem waren 83 Reifen so abgefahren, dass sie nicht den Sicherheitsstandards für den Kraftverkehr entsprachen. 34 Fahrer durften nach der Kontrolle nicht mehr weiterfahren, weil ihre Lastwagen in einem so schlechten Zustand waren, dass die Mitarbeiter des ZVD nicht ausschließen konnten, dass an den Wagen ein Reifen platzt oder die Bremsanlage versagt.

20.000 Lkw pro Tag

Gegen 29 Fahrer leiteten die Polizisten sogar ein Strafverfahren ein, weil sie ihre Fahrtenschreiber manipuliert hatten. Nach Informationen der Behörde besteht dadurch das Risiko, dass Fahrassistenzsysteme wie das Antiblockiersystem (ABS) und das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) beeinflusst werden. Auch dadurch werde das Unfallrisiko erhöht. Negativer Spitzenreiter war ein in Polen zugelassener Sattelzug. Der Fahrer war mit einem Auflieger unterwegs, dessen Reifen alle nicht ordnungsgemäß gefedert waren. Zudem stellten die Beamten fest, dass die Bremsscheiben und -beläge extrem verschlissen waren.

Die Autobahnen 2 und 7, die sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover kreuzen, gehören zu den Hauptverkehrsrouten im norddeutschen Raum. Rund 20.000 Lastwagen passieren die Region jeden Tag allein auf der A 2, die eine wichtige Verbindung auf der Ost-West-Achse des internationalen Güterverkehrs darstellt. Immer wieder kommt es auf der dicht befahrenen Strecke zu Unfällen, bei denen Menschen schwer verletzt oder sogar getötet werden.

899 Unfälle mit Lkw

Allein im vergangenen Jahr kamen bei den insgesamt 2029 Unfällen auf der A 2 zehn Personen ums Leben, 53 wurden schwer verletzt. 899-mal waren Lastwagen beteiligt, 654-mal waren sie sogar der Grund, dass es überhaupt zu einem Unfall kam. Auslöser sind aber nicht nur technische Mängel. Oftmals halten die Fernfahrer nicht genügend Abstand zu den vor ihnen fahrenden Lkw oder Autos. Im vergangenen Jahr führte der ZVD 77 Abstandsmessungen an A 2 und A 7 durch. Dabei erwischten die Beamten mehr als 1900 Lastwagenfahrer, die den Mindestabstand von 50 Metern nicht einhielten.

Um dieses Sicherheitsrisiko zu minimieren, führte die Polizei auch in diesem Jahr bereits Abstandsmessungen durch. Wegen der erschreckenden Zahlen bezüglich des technischen Zustands vieler Lastwagen, die auf den Autobahnen in der Region unterwegs sind, will die Behörde auch diese Kontrollen intensivieren.

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