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Aus der Stadt Wer haftet beim Wasserschaden?
Hannover Aus der Stadt Wer haftet beim Wasserschaden?
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11:15 29.10.2015
Quelle: Symbolbild
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Hannover

In dem Prozess sind neben den Eigentümern eines Hauses in der Südstädter Stolzestraße auch zwei Hausverwaltungen und der ehemalige Mieter der Wohnung verstrickt. Amtsrichter Matthias Löffler handelte jetzt mit den Betroffenen einen Vergleich aus, der dem Wohnungseigentümer – und seinem Ex-Mieter – eindeutig die Verantwortung für die Begleichung des Schadens von knapp 3500 Euro zuweist. „Eine Badewannenarmatur ist kein Gemeinschafts-, sondern Sondereigentum“, so Löffler. Dieser Begriff stammt aus dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) und kann mit „Privateigentum“ übersetzt werden.

Der Streit hat seine Wurzeln im Januar 2013. Damals war aufgrund einer Leckage an der Wannenarmatur des Mieters unkontrolliert Wasser ausgetreten und auch in eine Wohnung darunter gesickert. Die damalige Hausverwaltung, so sagte der Wohnungsinhaber vor Gericht, habe die Reparaturkosten Mitte 2013 vorläufig beglichen und ihm signalisiert, dass die Versicherung der Eigentümergemeinschaft den Schaden schlussendlich regulieren werde. Doch die Assekuranz stellte sich quer. Anerkannt wurden letztlich nur 622 Euro für Sofortmaßnahmen, um den Wasserfluss zu stoppen.

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Vor wenigen Monaten kam es in der Hausverwaltung zu einem Wechsel. Die neue Immobilienfirma warf der alten Gesellschaft vor, die Kosten in Höhe von 3500 Euro für die Sanierung der beiden Wohnungen fälschlicherweise über das Hauskonto abgerechnet zu haben: Dafür seien von Vornherein der Wohnungsinhaber oder sein Mieter zuständig gewesen.

Der Richter erklärte dem Wohnungsinhaber, der dem Prozess zwischen Eigentümergemeinschaft und ehemaliger Hausverwaltung eigentlich nur als Zuschauer beiwohnte, dass er wohl nicht umhinkommen werde, die 3500 Euro zu zahlen. Badarmaturen seien seine ganz persönliche Angelegenheit; so könne er diese theoretisch – etwa aus optischen Gründen – jederzeit austauschen. Etwas anderes sei es, wenn eine Steigleitung im Treppenhaus leckschlage: Dann hafte die Eigentümergemeinschaft. Wohnungsinhaber oder Mieter können nun natürlich versuchen, die Reparaturkosten von eigenen Versicherungen begleichen zu lassen; die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre ab Jahresende des Schadensfalls.

Per Vergleich stimmte der Wohnungsinhaber zu, der Eigentümergemeinschaft aus der Stolzestraße die 3500 Euro zu erstatten. Er hat aber Zeit, sich noch einmal juristischen Rat einzuholen – die Widerspruchsfrist läuft erst in vier Wochen ab.

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