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Aus der Stadt Wer weiß etwas über Flugpionier Hermann Dorner?
Hannover Aus der Stadt Wer weiß etwas über Flugpionier Hermann Dorner?
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07:35 07.02.2013
Foto: Endmontage der Hawa-Flugzeuge: In Linden entstanden die Motorflieger nach Konstruktionsplänen von Dorner. Allein vom Modell CL-II wurden bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 493 Stück gebaut.
Endmontage der Hawa-Flugzeuge: In Linden entstanden die Motorflieger nach Konstruktionsplänen von Dorner. Allein vom Modell CL-II wurden bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 493 Stück gebaut. Quelle: Hanomag IG
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Hannover

Der Arbeitskreis Technik- und Industriegeschichte (AK TIG) sucht für den nächsten Teil seiner Buchreihe "Es begann in Hannover" Informationen über den Ingenieur, der am 27. Mai 1882 in Wittenberg geboren wurde und am 6. Februar 1963 in Hannover starb.

Eigentlich war Dorner studierter Schiffbauer, doch schon früh wurde sein Interesse an der Fliegerei geweckt. Im Jahr seines Studienabschlusses 1909 trat er mit einem selbst konstruierten Motorgleiter erfolgreich bei der ersten Internationalen Flugwoche in Berlin-Johannistal an. Dort war er nicht nur einziger deutscher Teilnehmer, sondern auch der erste, der einen deutschen Motorflugapparat bei einer Großveranstaltung vorführte: Der Eindecker hatte an der Nase einen Propeller, der ihm zu kurzen Sprüngen verhalf. Schon im Folgejahr heimste er aber bei einem Flugwettbewerb den dritten „Lanz-Preis der Lüfte“ und einen weiteren Preis in Johannistal ein.

Hermann Dorner hatte als Flugzeug-Konstrukteur und Pilot einen internationalen Ruf.

Mit dem Preisgeld eröffnete er 1910 die Dorner Flugzeug-Gesellschaft, arbeitete später als Fluglehrer in Adlershof und wurde schließlich Technischer Leiter der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, bevor er ab 1916 Chefkonstrukteur für die Flugmotorenentwicklung in der Hannoverschen Waggonfabrik (Hawa) in Linden wurde, wo er in der Abteilung Flugzeugbau die hannoverschen CL-Typen entwarf - vom CL-II wurden bis Ende des Ersten Weltkriegs 493 Exemplare in Hannover gebaut. Unter anderem entwickelte er in Hannover auch den ersten betriebsbereiten Schweröl-Diesel-Pkw, der aber nur in geringer Stückzahl gebaut wurde. Dorner wanderte später nach Detroit aus, wo er Entwicklungsarbeit für Packard leistete, kehrte aber schließlich glücklos nach Hannover zurück. 1954 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen. Auf dem Stöckener Friedhof erinnert ein Grabmal an Dorner.

Der AK TIG will ihn als einen der „herausragenden Pioniere und Visionäre der frühen Luftfahrtgeschichte“ würdigen. Wer Informationen zu seiner Person oder zu seinem Wirken in Hannover hat, kann sich an Sprecher Gunter Hartung unter Mobiltelefon (0171) 5237385 oder E-Mail gunter.hartung@t-online.de wenden.

Veronika Thomas 07.02.2013
Bernd Haase 09.02.2013
Stefanie Nickel 09.02.2013