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Aus der Stadt Zu viel Werbung an Hannovers Straßen? Das denken die Leser
Hannover Aus der Stadt Zu viel Werbung an Hannovers Straßen? Das denken die Leser
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09:05 15.12.2017
Es leuchtet: Werbetafeln wie hier stehen an vielen Orten in Hannovers Innenstadt.
Es leuchtet: Werbetafeln wie hier stehen an vielen Orten in Hannovers Innenstadt.  Quelle: HAZ
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Hannover

  Nachrichten, Werbung, bunte Bilder: Alle zehn bis 20 Sekunden wechselt auf der Großwerbetafel am City-Ring das Motiv. In grellem LED-Licht bestrahlt das sogenannte City-Lightboard an der Kreuzung von Berliner Allee und Schiffgraben Auto- und Radfahrer, Fußgänger und Passanten. Aus der Kommunalpolitik gibt es Kritik – denn wahrscheinlich verstößt das Dauerflimmern gegen die Werbegrundsätze der Stadt, nach denen an Hauptverkehrsstraßen keine Bewegtbilder ablenken sollen. Stadtbaurat Uwe Bodemann hat jetzt zugesagt, den Vorgang zu prüfen.

Die HAZ-Leser sind geteilter Meinung:

Heidi Rhein aus Hannover schreibt: „Ich fühle mich als Radfahrerin regelrecht bedroht durch dieses Monstrum, unter welchem ich hindurch fahren muss, will ich auf dem Radweg bleiben. Selbst auf dem Fußgängerweg muss man drunter durch. Flimmert die Werbetafel dann auch noch, sind bestimmt nicht nur Autofahrer (...) abgelenkt. Angst an- oder überfahren zu werden, habe ich an solch befahrenen Innenstadtkreuzungen allemal.“

Auch Rainer Schlingmann (Hannover) sind die Tafeln ein Dorn im Auge: „Sie lenken mich ab, auch wenn ich gar nicht an ihnen interessiert bin. Gibt es keine Untersuchungen zur Verkehrsgefährdung durch Werbung? An der Lindemannallee/Bischoffholer Damm steht auch sowas. Man fährt von der Lindemannallee direkt drauf zu. Wenn dort erst mal ein Aufreger hängt, kann man nur drauf warten, dass es zu Auffahrunfällen kommt. Im schlimmsten Falle übersieht jemand die Stadtbahn. Gerade im Dunkeln lässt die strahlende Tafel alles drum rum in Dunkelheit versinken und saugt die Blicke richtig an.“

Ähnlich argumentiert Denise De auf der Facebook-Seite der HAZ: „Die Werbetafel Ritter-Brüning-Str/Ecke Allerweg nervt genauso. Erleuchtet die ganze Nacht alle umliegenden Wohnung, steht mitten auf dem Gehweg vor einer Kita, wo Abbieger zusätzlich noch auf Fußgänger und Radfahrer achten sollen. Hat ohne riesige Werbung schon schlecht funktioniert, jetzt sich nicht besser.“

Thomas Lasser aus Hannover findet die Werbetafeln hingegen gut: „’Flimmernde Werbetafeln’ als eine Art Anschlag aufs Allgemeinwohl? Ich habe es förmlich kommen gesehen. Was man am Piccadilly Circus in London oder am Times Square in New York noch für den Beweis einer pulsierende Metropole hält, wird in Hannover - mal wieder - als störend empfunden. Dabei ist der Wandel vom gedruckten und geklebten Plakat hin zur digitalen und animierten Fläche nur konsequent und zeitgemäß. Die Vorteile liegen für mich klar auf der Hand. Keine Bäume, keine Chemie für die Herstellung der riesigen Plakate, die nach wenigen Tagen schon auf den Müll wandern. Digitale Plakatwände sind also irgendwie auch ein Beitrag zum Klimaschutz.“

Facebook-Nutzer Jörg Bartels hat vor allem in Sachen Stadt-Optik ein Problem mit den Tafeln: „Die vielen Werbekästen verschandeln die ganze Georgstraße. Traurig, was die Stadtverwaltung da zulässt.“

Von r.