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Aus der Stadt Werkstatt Hafven präsentiert Zukunftsvisionen
Hannover Aus der Stadt Werkstatt Hafven präsentiert Zukunftsvisionen
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18:38 13.07.2017
Caecilie von Teichheim (großes Bild) hat Kopfhörer zum Ausdrucken entwickelt. Julia Müller zählt für die „Utopien der Mobilität“ den Verkehr. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Die Tüftler und Denker haben sich auf das Projekt Phase XI des Bundes-Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft beworben - und gestern ihre ersten Ideen und Ansätze in der Nordstädter Denk- und Austauschwerkstatt Hafven präsentiert.

Bei Phase XI erarbeiten zwei Gruppen aus Hannover Vorschläge, wie die Arbeit und Fortbewegung von morgen aussehen kann.

Bei dem Projekt geht es darum, Zukunftsperspektiven aus dem Blickwinkel der Kultur- und Kreativwirtschaft zu suchen. Insgesamt befassen sich acht Teams mit aktuellen Themen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Ziel ist es, das wirtschaftliche Innovationspotenzial der Branche für jedermann erlebbar zu machen.

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Die Mitglieder vom Hafven haben sich vorgenommen, Ideen zu entwickeln, wie in Zukunft dezentral Produkte gefertigt werden können. „Ein ganz einfaches Beispiel: Wir haben ein Design für einen Hocker entwickelt - dieses Datenpaket soll in Zukunft weltweit von anderen Werkstätten runtergeladen und in ihre Fräsen gespeist werden können“, erläutert Pauline Raczkowski. Ähnliches sei auch mit 3D-Druckern möglich. Ein Denker entwickelt eine Idee - etwa einen ausdruckbaren Kopfhörer von Caecilie von Teichman - die dann überall ausgedruckt werden kann.

Mit dem Thema „Utopien der Mobilität“ befassen sich Lutz Wöllert und seine Kollegen. „Wir wollen Pionierfahrten starten, die auch belächelt und bestaunt werden dürfen“, sagt Wöllert. Denn sie wissen natürlich, dass beispielsweise das Beamen, wie es Sciencefiction-Fans aus Star Trek kennen, nicht funktioniert - doch nur wer ein Risiko eingeht und auch über absurde Dinge nachdenkt, könne neue Wege und Formen der Bewegung entdecken, sagt Wöllert.

Doch es gibt auch realistischer Projekte: Unter anderem haben er und seine Kollegen geplant, ein Lärm-Rad zu bauen - also ein Fahrrad, dass auf alle Nachteile des Autos hinweist, da es laut ist und Feinstaub ausstößt. Eine weitere Idee ist die „Mobile Bürokratie“: „Man könnte ja in autonom fahrenden Bussen heiraten oder seinen Bibliotheksausweis verlängern“, regt er an. Die Gruppe befasst sich auch mit dem Miteinander unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer. Zu Beginn werden nun sogenannte „Mobilauten“ durch ganz Deutschland geschickt, um Straßen, Flüsse und den Luftraum zu erkunden.