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Aus der Stadt Wernstedt-Brief schockt die SPD-Fraktion
Hannover Aus der Stadt Wernstedt-Brief schockt die SPD-Fraktion
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20:30 07.10.2014
Von Andreas Schinkel
Der ehemalige Schulhof an der Kreuzriede soll für Wohncontainer bereitgestellt werden.
Der ehemalige Schulhof an der Kreuzriede soll für Wohncontainer bereitgestellt werden. Quelle: Eberstein
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Hannover

Wernstedt hatte in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Stefan Schostok und Baudezernent Uwe Bodemann beklagt, dass im Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken besonders viele Flüchtlinge einquartiert werden. Man dürfe keinen Stadtteil mit Menschen überfrachten, die Zuwendung brauchen, sagte Wernstedt gegenüber der HAZ. Damit schütte Wernstedt „Wasser auf die Mühlen von Rechtspopulisten“, meint Kelich.

Auch Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci ist irritiert. „Ich habe nicht den Eindruck, dass es Stadtteile gibt, in denen besonders viele Flüchtlinge untergebracht werden“, sagt Kirci. Man werde das Thema jetzt intern besprechen. Aus SPD-Kreisen heißt es verbittert, dass man den Genossen in Herrenhausen-Stöcken Mitgliedsanträge für die umstrittene Alternative für Deutschland (AfD) schicken werde. Unterstützung erhält Wernstedt von ihren Parteifreunden im Stadtbezirk. „Der Hinweis ist berechtigt“, sagt Bezirksbürgermeisterin Marion Diener (SPD). Selbstverständlich werde der Bezirksrat alle Quartiere für Flüchtlinge, die die Stadt einrichtet, mittragen. „Aber man darf nicht einige wenige Stadtteile überfrachten“, sagt Diener. Der Bezirksrat in Herrenhausen-Stöcken habe eine Arbeitsgemeinschaft „Willkommenskultur“ gegründet. „Die Mitglieder haben alle Hände voll zu tun und können der Sache kaum mehr gerecht werden“, sagt Diener.

In ihrem Brief listet Wernstedt mehrere geplante und bereits betriebene Unterkünfte für Flüchtlinge auf, darunter die Wohncontainer, die die Stadt auf das Gelände einer ehemaligen Schule stellen will. Hinzu zählt sie Obdachlosenheime und die Unterbringung von Roma-Familien im Burgweg. Wernstedt kommt auf insgesamt „500 Menschen, die es in ihren besonderen Bedürfnissen aufzufangen und zu begleiten gilt“, wie sie in ihrem Brief schreibt. Zudem betont sie, dass Stöcken in das Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Wernstedt plädiert dafür, die neuen Wohncontainer auf einem Grundstück an der Eichsfelder Straße/Fuhsestraße zu platzieren und das Schulgelände für Wohnbebauung freizuhalten.

Mit diesem Vorschlag kann sich auch die CDU anfreunden. Ansonsten will CDU-Ratsfrau Georgia Jeschke der Kritik Wernstedts nicht folgen. „Flüchtlinge müssen Obdach bekommen, und wir müssen die Notlage ein Stück weit aushalten“, sagt sie. Wernstedt dürfe nicht nur eine Stimmung vor Ort aufgreifen, sondern müsse Verantwortung übernehmen und über den Tellerrand hinausschauen.

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