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Aus der Stadt Hannover ist für Westernhagen ein Heimspiel
Hannover Aus der Stadt Hannover ist für Westernhagen ein Heimspiel
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00:15 13.10.2015
Von Mathias Begalke
Die Fans können alle Lieder von Westernhagen mitsingen. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

In Hamburg, beim Tourneeauftakt, kamen zwei Tage zuvor nur 9000 Zuschauer. Sein aktuelles 19. Album „Alphatier“ stellte der 66-Jährige bereits im vergangenen Jahr im Capitol vor, gewissermaßen im kleinen Kreis. Er spielte es komplett am Stück. Erst danach rückte er doch noch ein paar Hits raus. Das ist jetzt anders. Westenhagen bietet viele seiner Fetenhits: „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ und „Mit 18“, „Willenlos“ und „Sexy“. Doch „Alphatier“-Songs wie „Clown“, „Engel, ich weiß ...“ und „Oh, Herr“ geben den schroffen, ziemlich düsteren Ton vor für seine Best-of-Stücke.

11.500 Fans feiern Marius Müller-Westernhagen und seine Band in der TUI-Arena.

Seine amerikanische Bluesrockband, allen voran die beiden Gitarristen Brad Rice und Kevin Cents, scheinen ihren Frontmann zu erden. Er spricht wenig, nutzt die Bühne aber für politische Botschaften: Mit  „Liebe (Um der Freiheit willen)“ etwa erinnert er an den Arabischen Frühling und daran, dass die Sehnsucht nach Demokratie vielen Menschen in Syrien, Libyen und Ägypten vor allem Gewalt gebracht hat. Die immer kriegerischer und komplizierter erscheinende Welt beschreibt er in „Lichterloh“.

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Der Künstler lässt Schreckensbilder aus Krisenregionen auf den Bühnenhintergrund projizieren. Vielleicht stört das einige im Publikum, die eine bonbonbunte Westenhagen-Party erwartet, so wie früher. Doch Stören, genau das ist wohl Westernhagens Absicht. Er scheint ansingen zu wollen gegen Desinteresse und Bequemlichkeit.

Am Ende stehen fast alle der 11.500, jubeln ihm zu. „Wenn ihr so weiter macht, wird es mir schwer fallen, irgendwann mal aufzuhören“, sagt er sichtlich gerührt. Dann singen alle gemeinsam „Johnny W.

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