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Aus der Stadt Wer ist der härteste Feuerwehrmann?
Hannover Aus der Stadt Wer ist der härteste Feuerwehrmann?
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08:33 11.06.2015
Feuerwehrkräfte aus der ganzen Welt kämpfen um den Titel "Der härteste Feuerwehrmann der Welt", darunter auch Joachim Posanz, Niels Bessert, Michael Weiß und Alexander Meyer (l-r) von der Berufsfeuerwehr Göttingen. Quelle: dpa
Hannover

Der wichtigste Härtetest der Rettungsbranche ist eine einzige schweißtreibende Quälerei. Das weiß auch der Göttinger Michael Weiß. Der 27-Jährige ist einer von gut 500 Brandbekämpfern aus aller Welt, die diese Woche unter sich den Härtesten der Harten ermitteln.

Beim Wettkampf müssen die Feuerwehrmänner Aufgaben bewältigen, wie sie auch in ihrem Alltag vorkommen können: Sie bergen eine 80 Kilogramm schwere menschliche Attrappe, klettern über Steilwände, kriechen durch enge Tunnel und stürmen den 65 Meter hohen Hermesturm hinauf.

Nach monatelangem Training placken sie sich gerade auf der Interschutz-Messe in Hannover mit schweren Gewichten ab, sprinten Treppen hoch, kriechen, rennen, hämmern - und das alles in schwerer Brandschutzbekleidung. Es ist eine Art Ironman-Wettkampf für die Feuerwehr; dem Sieger winkt am Wochenende der Titel des "Toughest Firefighter Alive" (TFA), des härtesten Feuerwehrmannes der Welt.

Zuschauer feuern an

Weiß legt sich beim Staffelwettbewerb ordentlich ins Zeug. Mit zwei schweren Feuerwehrschläuchen unter Arm sprintet er los. Die ersten Meter geht es schnell. Doch dann fordert das Gewicht der Schläuche Tribut, die er hinter sich her schleppt. Erkennbar ringt Weiß unter der schweren Feuerwehrmontur nach Luft.

"Weiter, weiter, weiter", feuern deutsche Zuschauer an - "Go, go, go" die englischsprachigen. Auf der Messe herrscht babylonische Sprachenvielfalt, dennoch sprechen die Besucher irgendwie die gleiche Sprache. Es ist eine Art Familientreffen der Retter, die mit Leib und Seele dabei sind. Unter ihnen sind neben Skandinaviern, Osteuropäern, Indern und Arabern auch Südafrikaner.

Es geht um Kraft, Koordination und Kondition

Das Team vom Kap, das vor jedem Einsatz beim Feuerwehrmann-Härtetest untergehakt in bester Rugby-Manier den eigenen Teamgeist beschwört, hatte die weiteste Anreise. "Wir rechnen uns gute Chancen aus", sagt Teamchef Marc Smith zuversichtlich.

Bei der aus den USA stammenden Kombination aus Leistungswettkampf, Sportveranstaltung und Showprogramm geht es um Kraft, Koordination und Kondition; etwa beim Bergen und Abtransportieren einer 80 Kilogramm schweren menschlichen Attrappe. Oder dem Schleppen schwerer Kanister ins zweite Obergeschoss eines Gebäudes.

Übungen wie im Feuerwehralltag

Angefeuert von Hunderten Besuchern der Fachmesse für Brand- und Katastrophenschutz müssen die Teilnehmer bei dem Hindernisparcours über Steilwände klettern, mit Gewichten durch enge Tunnel kriechen und den 65 Meter hohen Hermesturm in voller Schutzmontur hinauf stürmen. "Es sind Übungen, wie sie auch bei uns im Feuerwehr-Alltag oft genug vorkommen", sagt Joachim Posanz.

"Posi", wie ihn seine Kumpel bei der Berufsfeuerwehr Göttingen nur liebevoll nennen, weiß, wovon er spricht. Immerhin war er der erste Deutsche, der den Titel gewann. "Das war 2010 in Südkorea", sagt der drahtige Champion, der seinen Titel danach auch in Sydney erfolgreich verteidigen konnte. Doch dieses Mal ist er skeptisch: "Der Titel ist dieses Jahr definitiv weg", sagt er. "Ich habe die beste Vorbereitung gehabt, bin diesmal aber nicht so richtig an mein Potenzial herangekommen."

Titelfavorit aus Göttingen

Wenn er mit seiner Prognose recht behält, könnte der Titel am Samstag dennoch der Berufsfeuerwehr Göttingen erhalten bleiben. Denn bis zum Start der Tagesetappe am Donnerstagmittag lag sein Freund Alexander Meyer einsam an der Spitze. Doch der ist noch etwas skeptisch: Immerhin ist da noch der amtierende Europameister Lukas Novak von der Berufsfeuerwehr Prag, und der gilt als heißer Titelanwärter.

Was Meyer an dem Härtetest so fasziniert? "Er ist sicherlich nicht jedermanns Sache", sagt er. "Doch der sportliche Aspekt, immer wieder an seine Grenzen zu gehen, das fasziniert mich". Der 39-Jährige ging im vergangenen Jahr über eigene Leistungsgrenzen hinaus: Ihm riss im Trainingslager die Achillessehne. "Das war bitter", gesteht er, bevor er erklärt: "Aber diesmal lief es perfekt: ein gelungenes Comeback."

dpa / Ralf E. Krüger

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