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Aus der Stadt Fahrrad oder Auto: Wer kommt schneller durch die Baustellen?
Hannover Aus der Stadt Fahrrad oder Auto: Wer kommt schneller durch die Baustellen?
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00:17 24.06.2017
Gleich geh’s los: Noch sind beide Fahrer siegesgewiss. Quelle: HAZ
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Hannover

Baustellen, Baustellen, Baustellen: Man kann derzeit Fahrrouten in der Stadt an Straßennamen oder Stadtteilen festmachen - oder einfach an den Baustellen, die sich quer durch die ganze Stadt und drumherum ziehen. Das ist eigentlich fast immer so im Sommer, aber in jedem Sommer hat man wieder das Gefühl, es ist so schlimm wie nie zuvor.

Laut Stadt laufen im Juni 23 Straßenbaustellen gleichzeitig - im Juli sogar 25. Verschärft wird die Lage an vielen Tagen noch von dem Verkehr, der von einer der Autobahnen auf die Schnellwege und durch die Stadt drängt, weil ein Unfall auf der A 2 oder der A 7 die Strecke lahmlegt. Das passiert zurzeit beinahe täglich.

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All das nervt Autofahrer in Hannover derzeit. Und es stellt sich wieder einmal die Frage, ob das Auto überhaupt das richtige Verkehrsmittel ist - oder eine Alternative die bessere und vor allem schnellere Wahl.

Was geht schneller?

Wir haben den Test gemacht. Fahrrad gegen Auto. Eine willkürlich gewählte Strecke an einem Wochentag im Feierabendverkehr. Abfahrt 16.30 Uhr am Café Safran am Lindener Ende der Königsworther Straße. Zielpunkt: die Hindenburgschleuse im Mittellandkanal in Anderten. Die Strecke berührt anfangs die Baustellen Goethestraße, Steintor, Marstall, dann geht es über den viel befahrenen Aegi in die Marienstraße stadtauswärts Richtung Pferdeturm, wo gerade die Gleise erneuert werden, danach am Kantplatz rechts Richtung Kirchrode, wo die Großbaustelle Großer Hillen bis in die Tiergartenstraße den Autoverkehr in die Wohngebiete verlagert.

Beide fahren die gleiche Strecke. Ist das Fahrrad im Vorteil, weil es Baustellen nicht umfahren muss und die Staus überholen kann? Oder ist die Strecke so lang, dass das Auto doch gewinnt?

Beides stimmt: Anfangs gerät das Auto ins Hintertreffen, weil sich der Verkehr durch die engen Strecken bis zum Aegi staut. Vom Braunschweiger Platz an bis zum Pferdeturm ist dann erstaunlicherweise etwas Platz, bevor der Autofahrer dann am Pferdeturm, vor allem hinter dem Schnellweg wieder Geduld braucht. Auf dem Weg nach Kirchrode holt das Auto wieder auf, muss sich aber am Großen Hillen in die Wohngebiete schlagen, während der Fahrradfahrer den direkten Weg über die Tiergartenstraße nehmen kann. Allerdings geht es in der Umleitung mit dem Auto einigermaßen zügig, so dass es am Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird und beide schließlich mehr oder weniger gemeinsam auf der Kanalbrücke an der Schleuse ankommen.

Fazit: Das Rennen Auto gegen Rad quer durch Hannover endet also: unentschieden.

Alle Sommer-Baustellen im Überblick

Die Stadt hatte es angekündigt, und mit Beginn der Ferien bekommen es die Autofahrer zu spüren: Der Sommer wird heiß – nicht nur, was die bisherigen Temperaturen angeht. Die Baustellensituation auf den Straßen ist generell in den großen Ferien angespannt, aber 2017 wird mit in der Spitze 25 Bauvorhaben als besonderes Jahr in die Annalen eingehen. Die Wörter Sperrung, Umleitung und Stau werden ständige Begleiter der kommenden sechs Wochen.

Größtes Projekt ist die barrierefreie Ausbau der oberirdischen Stadtbahnlinie, für den noch bis Mitte September das Steintor gesperrt ist. Auch auf der Goethestraße behindern die Arbeiten den Verkehr.

Bis über die Sommerferien hinaus dauern die Gleisbauarbeiten zwischen Großer Hillen und Kronsberger Straße, die diesen Bereich zum Nadelöhr machen. Weiter Richtung Innenstadt bremst die Baustelle am Pferdeturm zwischen Clausewitzstraße und Kantplatz den Verkehr. Und schließlich ist die Infra in den Sommerferien unter der Schnellwegbrücke der Hildesheimer Straße sowie am Jädekamp an der Zufahrt zum Conti-Gelände tätig.

Der Fachbereich Tiefbau der Stadt bereichert das Sommerbaustellenprogramm mit Straßenbau- oder -sanierungsarbeiten Am Marstall zwischen Schmiedestraße und Hohem Ufer, in der Großen Packhofstraße zwischen Oster- und Georgstraße und in der Brabeckstraße zwischen Schnellweg und Sandberge. Dazu kommen die schon seit längerem laufenden Klassiker Willy-Brandt-Allee auf voller Länge, Lavestraße, Hohes Ufer zwischen Roßmühle und Marstall sowie am Alten Flughafen, die bis auf die Lavesstraße die Sommerferien überdauern werden.

Etwas kleiner fällt das Programm der Stadtentwässerung aus, die mit drei Vorhaben aktiv ist. Schon seit längerem buddelt sie im Zusammenhang mit dem Stadtbahnbau in der Goethestraße zwischen Goetheplatz und Brühlstraße. In der Göttinger Chaussee zwischen der Rehre und der Querspange zur Bundesstraße 3 ist sie seit Mai aktiv. Baustelle Nummer drei liegt im Bereich Thielenplatz und Lavesstraße.

Die Stadtwerke arbeiten in der Spinnereistraße am Fernwärmenetz sowie ebenfalls in der Rehre an den Leitungen für Strom, Gas und Wasser.
Das Land nimmt sich verstärkt den Südschnellweg vor. Zu den laufenden Arbeiten am Seelhorster Kreuz und an der Brücke über die Hildesheimer Straße kommt vom morgigen Freitag an die Fahrbahnsanierung zwischen Landwehrkreisel und Kirchrode. Auf der Bundesstraße 65 wird zwischen Höverscher Straße und Kirchrode sowie an den Mittellandkanalbrücken gearbeitet. Und die Autobahn 2 bleibt auch nicht unangetastet. Fahrbahnsanierungen stehen im Bereich zwischen Lahe und dem Dreieck West bis Ende September an.     

Von Uwe Janssen und Alexander Reupke

Andreas Schinkel 21.06.2017
21.06.2017