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Aus der Stadt Wie Frank Hanebuth den Hannover-"Tatort" findet
Hannover Aus der Stadt Wie Frank Hanebuth den Hannover-"Tatort" findet
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00:15 13.12.2012
Von Tobias Morchner
Frank Hanebuth am Steintor: "Ich gucke lieber die Münsteraner." Quelle: Schaarschmidt (Archivfoto)
Hannover

Hannover kann sich über einen Mangel an bundesweiter Aufmerksamkeit derzeit nicht beschweren: drei Bundesparteitage hintereinander, ein Bundesligaklub auf Erfolgskurs in Europa - und dann auch noch ein zweiteiliger „Tatort“ mit Ermittlerin Charlotte Lindholm, die mitten in ein gefährliches Geflecht aus Politik, Justiz und einer Rockerbande in schwarzen Kutten gerät.

Auf den „Tatort“ hätten diejenigen, die sich um das Image der Stadt sorgen, wohl verzichten können. Denn es geht um das Gespenst der „Maschseeconnection“, das am Sonntagabend 10,67 Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten gruseln ließ. Maria Furtwängler alias Charlotte Lindholm sagt einer durch und durch korrupten Stadt den Kampf an, das zieht. Mit einem Marktanteil von 28,4 Prozent war es der bisher erfolgreichste Lindholm-Tatort und die meistgesehene Sendung des Wochenendes. Den NDR freut‘s.

Und Hannover? Die Stadt redet über die Fiktion. Und zumindest die Prominenten, die Vorbild für den Krimi gewesen sein sollen, erkennen sich nicht wieder. „Ich bin seit 37 Jahren als Rechtsanwalt in dieser Stadt tätig, aber das Thema Zwangsprostitution, um das es in dem Krimi geht, ist mir in Hannover in all diesen Jahren in dieser Form noch nicht begegnet“, sagt Strafverteidiger Götz von Fromberg, der auch Mitglieder der Rockerszene anwaltlich vertreten hat. Er kann nichts von sich selbst in der Figur des Rechtsanwalts Clausen sehen. „Das einzige was stimmt, ist das Honorar, das der Anwalt in dem Film nennt“, sagt von Fromberg scherzhaft. 500 Euro pro Stunde, so ist in einer Szene des „Tatorts“ zu sehen, verlangt der Anwalt der Rockergang „Hunnen“ für seine Beratung.

Generell kann der Jurist mit dem Hannover-Bild, das in den Geschichten um die LKA-Ermittlerin Lindholm gezeichnet wird, nichts anfangen: „Früher haben sie immer die hässlichen Ecken und viele schöne Menschen gezeigt, in dieser Folge war es umgekehrt, da wurden viele schöne Orte und nur schlechte Menschen präsentiert.“ Den zweiten Teil des „Tatorts“ wird sich von Fromberg nach bisherigen Planungen nicht ansehen.

Auch Frank Hanebuth, Ex-Chef des hannoverschen Charters der Hells Angels, hat der Sonntagskrimi nicht zugesagt: „Für meinen Geschmack kommt die eigentliche Handlung des Films viel zu kurz, weil immer wieder die Privatsachen der Ermittlerin im Vordergrund stehen. Das nervt. Da gucke ich lieber die Münsteraner, die sind viel witziger.“

Oberbürgermeister Stephan Weil ist nach eigenem Bekunden Fan von Charlotte Lindholm. Aber sogar er hat Vorbehalte: „Der Tatort bedient natürlich auch einige Vorurteile. Mit der Realität in Hannover hat das glücklicherweise meist nicht allzu viel zu tun.“

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Vielversprechender Auftakt für den „Tatort"-Zweiteiler mit Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm: Die Folge „Wegwerfmädchen“ brachte der ARD am Sonntagabend um 20.15 Uhr eine Spitzenquote von 10,67 Millionen Zuschauern ein (28,4 Prozent). Am nächsten Sonntag folgt der zweite Teil im „Ersten“.

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