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Aus der Stadt Krimi mit Krümelmonster
Hannover Aus der Stadt Krimi mit Krümelmonster
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00:22 03.07.2014
Von Tobias Morchner
Foto: Kurz nach dem Diebstahl des vergoldeten Leibniz-Kekses tauchte der Gold-Keks an der Niedersachsenross-Statue vor der Leibniz-Uni wieder auf.
Kurz nach dem Diebstahl des vergoldeten Leibniz-Kekses tauchte der Gold-Keks an der Niedersachsenross-Statue vor der Leibniz-Uni wieder auf. Quelle: Lübke
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Hannover

Bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt. Am 21. Januar entdeckte ein Mitarbeiter des Unternehmens, dass das 20 Kilogramm schwere Wahrzeichen der Firma, der goldene Leibniz-Keks, von der Außenfassade des Stammsitzes an der Podbielskistraße entwendet worden war. Acht Tage später erreichte ein Bekennerschreiben die Bahlsen-Zentrale und die Redaktion der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

In dem Brief, dessen Text aus Papierschnipseln zusammen gesetzt und dem ein Foto eines Unbekannten im Krümelmonsterkostüm samt Gold-Keks beigefügt war, verlangte der Absender eine großzügige Keksspende an die Patienten des Kinderkrankenhauses auf der Bult. „Aber die mit Vollmilch, nicht die mit schwarzer Schokolade“, hieß es in dem Schreiben. Darüberhinaus wurde Bahlsen aufgefordert, 1000 Euro an das Tierheim in Langenhagen zu spenden. „Das ist Ernst. Sonst kommt der zu Oskar in die Tonne“, drohte der Verfasser der Botschaft.

Das "Krümelmonster" stahl im Januar 2013 den Keks vom Bahlsen-Stammhaus. Die ganze Affäre zum Nachlesen.

Bahlsen und die Behörden waren sich zunächst nicht sicher, wie sie das Schreiben einstufen sollten, und ob es sich bei dem Keks im Bekennerschreiben tatsächlich um das gestohlene Original handelte. Unterdessen meldete sich über den amerikanischen Twitter-Account der Sesamstraße das Original-Krümelmonster zu Wort. „Me no steal the golden cookie“, ließ es die Fans in aller Welt wissen. Es werde aber helfen, den wahren Keksdieb zu finden. Spätestens dieser Hinweis machte den Keksklau von Hannover in der ganzen Welt bekannt. Auch in den sozialen Netzwerken im Internet war „Krümelgate“ das beherrschende Thema.

Firmenchef Werner Michael Bahlsen reagierte. In einer Pressekonferenz forderte er die Keksdiebe auf, das Wahrzeichen des Unternehmens unbeschädigt zurückzugeben. Dann werde er 52 000 Packungen Leibniz-Kekse an 52 soziale Einrichtungen spenden. Das „Krümelmonster“ hielt Wort. In einem zweiten Bekennerschreiben, das ebenfalls bei der HAZ einging, kündigte der Dieb an, den goldenen Keks zurückzugeben „weil der Werni den Keks so lieb hat, wie ich und der immer weint“, hieß es in dem Schreiben. Einen Tag später tauchte der Gold-Keks tatsächlich wieder auf.

Studenten entdeckten ihn am frühen Morgen, an der Niedersachsenross-Statue vor der Leibniz-Uni hängend. Er war etwas verbogen und leicht lädiert aber ansonsten unbeschädigt. Auch die Firma Bahlsen hielt Wort. Ende März verteilte das Unternehmen die versprochenen Kekspackungen. Im Mai stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen in diesem Fall ein. Seit Juli 2013 hängt der restaurierte Gold-Keks wieder an der Fassade des Stammsitzes – ständig überwacht von einer Videokamera.

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Auf so einen Slogan muss man erst mal kommen: „Was ißt die Menschheit unterwegs? Na selbstverständlich Leibniz Cakes!“. Hermann Bahlsen erfand nicht nur solche Slogans. Er erfand den beworbenen Keks gleich mit. Am Dienstag wird seine gegründete Firma 125 Jahre alt.

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